Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452707
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Die Relief kunst 
werden darf, wo immer es gilt, Unsresgleichen 
zu erkennen. Und die nämliche Richtungsaxe des 
Wachstums brauchen wir bei den Tieren, bei 
denen sie anders liegt, nämlich mit der Rich- 
tungsaxe der Ortsbewegung zusammenfallt, wie beim 
Vierfüssler und beim Fisch. Bis an das Rückgrat 
muss der Körper des Löwen erscheinen, wenn die 
Auffassung des organischen Gewächses die Haupt- 
sache bleiben soll. Um diese lVlittelaxe des Wachs- 
tums reihen sich die Paare homologer Glieder. Sie 
wenigstens muss der Umriss bieten, den das Hache 
Relief zu seinem wesentlichsten Mittel der Dar- 
stellung ausbildet. Von der Wachstumsaxe geht des- 
halb auch die Körperauffassung des Bildners wie des 
Beschauers aus und folgt der Entfaltung von der 
Grundiiäche bis an die vordere Parallelebene, mit 
der wir die Schauseite wie mit einer Glasplatte be- 
deckt denken mögen. Sie gewinnt den Schein der 
Rundung, weil die Erhebung aller vor der Mittelaxe 
gelegenen Körperteile, wie der Schultern, der Arme 
oder was sonst dem Betrachter am nächsten steht, 
grade die geringste bleibt. Die Andeutung dieser 
inneren Gliederung begnügt sich mit den einfachsten 
Hauptsachen, unterdrückt, wie gesagt, die Schatten 
zum grossen Teil, um den äusseren auf der Grund- 
Häche keine Konkurrenz zu machen; denn diese sind 
die unerlässliche Voraussetzung der Deutlichkeit. 
Um den Umriss auch auf hellem Grunde noch hin- 
reichend sich abheben zu lassen, wird er so be- 
handelt, dass die Erhebung unvermittelt und senk- 
recht gegen den Grund abfällt, und wo auch dieses
        

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