Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452696
Das Flachrelief 
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haftet die einfache Bemalung oder Zeichnung darauf; 
etwas weiter dringen Einritzung und Auskerbung, 
bis zur Gränze der ersten dünnen Flächenschicht, 
WO wir von Basrelief reden. Der feste Charakter des 
tektonischen Bestandes prägt sich auch in dieser 
konservativsten aller Reliefarten aus, wo immer sie 
zum plastischen Bildwerk ausgestaltet wird. Der 
Künstler sucht die Einheit in dem massiven Volumen, 
dessen Vorderseite er bearbeitet, selbst. Die reale 
Fläche mit ihren zwei Dimensionen überwiegt ja so 
stark. Sie repräsentiert den Raumkörper, aus dem 
auch die Figuren sich nur wie leise Protuberanzen 
hervorheben, die den Gesamteindruck der Ebene 
kaum alterieren. Die dritte Dimension ist also nur 
latent in dieser Masse, noch ungetrennt von den 
beiden andern Ausdehnungen, vorhanden, und nur 
das geringe Quantum, das zwischen der tektonischen 
Fläche und der ideellen Parallelebene vorn liegt, das 
niedrige Mais der Erhebung, mit dem die Figuren 
aus dem Grunde vorspringen, gehört dieser dritten 
Richtung als wirklicher Spielraum, in dem sie ihre 
Kraft versuchen kann. 
So wird jede weitere Konsequenz der vollen 
Körperlichkeit für die organischen Gebilde, sofern 
sie nicht schon in der Hächenhaften Erscheinung 
ihrer Gesamtform gegeben liegt, von vorn herein 
abgewiesen. Dem Umriss allein fällt die Aufgabe 
zu, beim ersten Blick schon die zutreffende Gegen- 
standsvorstellung zu erwecken. Das Höhenlot oder 
doch die Wachstumsaxe bleibt das unentbehr- 
lichste Wahrzeichen, das uns nicht vorenthalten
        

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