Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452684
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Die Relief kunst 
Flachreliefs, das von dieser raffinierteren Übergangs- 
stufe grade weit entfernt liegt. Es kommt vielmehr 
auf die andre Seite seines Charakters an, die es 
der Tektonik nähert. 
Das Flachrelief bewahrt das Wesen der 
tektonischen Flächenschicht auch für seine künstle- 
rische Existenz als bildliche Darstellung fast immer 
in mafsgebender Stärke. Es empfängt die Abbilder 
der lebendigen Geschöpfe ursprünglich nur zur Be- 
lebung seiner Schauseite, wie jede sonstige Flächen- 
ornamentik, als Zutat von sekundärer Bedeutung. 
Auch die menschlichen Gestalten sind an sich nicht 
mehr als die geläufigen Tier- und Pflanzenmotive, 
ja als stereometrische und planimetrische Elemente, 
die zur einfachsten,  von allen Gegenstandsvor- 
stellungen vielleicht noch freien Rhythmisierung der 
Flächendimension dienten. Ihre ästhetische Funktion 
ist so lange gewiss nur die: den simultanen Ein- 
druck der tektonischen Form in successive Auf- 
fassung zu übertragen; denn so allein vermögen wir 
Menschen die starre, an sich aller Bewegung fremde 
Raumgrösse zu ermessen, also auch die "Aus- 
dehnung"  unsere Sprache übersetzt ja mit diesem 
Wort schon die Ruhe in Tätigkeit  nachzufuhlen, 
an uns zu erleben. Es ist also eine Durchdringung 
von Beharrung und Bewegung, die hier stattfindet, 
wie in aller künstlerischen Behandlung. Aber im 
tektonischen Körper will die Beharrung weit über- 
wiegen. Es wird also der feste Bestand der Stein-, 
Thon- oder Erzplatte nur an der Oberliäche ein 
wenig aufgelockert. Nur wie ein Hauch des Lebens
        

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