Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452669
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Die Relief kunst 
und freie, durch keine Überschneidungen gestörte 
Ansichten des Ganzen, die selbst kontrastierende Be- 
wegung der korrespondierenden Glieder eines Leibes, 
den sogenannten Kontrapost, nicht leicht Verträgt. 
Der Übertritt aus den Bedingungen im Freien zu 
der einseitigen oder durch Reflexe zerstreuteren 
Beleuchtung im Innenraum kann ebenso dazu bei- 
tragen, auf die volle Rundung zu verzichten. 
Da begegnen wir zunächst einer Übergangs- 
klasse, die zwischen dem Hochrelief und dem Flach- 
relief in der Mitte liegt, und deshalb von den 
Italienern „mezzo rilievo" genannt Wird. Wir können 
es, dem Gesichtspunkt, den wir verfolgen, ent- 
sprechend, nach der andern Bedeutung des selben 
Wortes, als Halbrelief bezeichnen, weil seine 
charakteristische Eigenschaft darin besteht, dass es 
die Hälfte des menschlichen Körpers, von der jedes- 
maligen Schauseite bis an die Vertikalaxe, wieder- 
giebt und für diese den natürlichen Eindruckizu er- 
reichen sucht, so dass es sich zuweilen zu wirklicher 
Übereinstimmung herausmodelliert. Die vordersten 
Formen, die dem Beschauer am nächsten liegen, 
erhalten auch hier die stärkste Erhebung, aber sie 
lösen sich nirgends wie im Hochrelief zu freier 
Rundung los. Noch immer kommt es dem Bildner 
darauf an, die Gliederung der Formen in ihrem 
Reichtum zu vermitteln; aber die starken Kontraste 
der Lichter und Schatten gleichen sich aus, und ihre 
mildere Auseinandersetzung eignet sich besonders 
für Innenräume mit seitlichem oder zerstreutem 
Licht, 
die 
dem 
Hochrelief widerstreben.
        

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