Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452649
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Die 
Relief kunst 
gleichende Verbindung, also die Schrägstellung der 
Figuren. Diese Dreiviertelansicht ist aber grade der 
offenen Haltung und freien Überschau günstig, von 
der wir gesprochen. Indess die Leitungsbahn, auf 
der sich allein die Vermittlung bewegen kann, die 
Körperform selbst, versagt ja bald, da die Gränz- 
fläche hinten, wie gesagt, die weitere Raumtiefe 
schliesst. Nicht sie also, die Raumvorstellung als 
solche, vermag die Trägerin der gesuchten Einheit 
zu werden, sondern nur die innigste Gemeinschaft 
der Gestalten und ihres eigensten zugehörigen Raum- 
volumens, in der gegebenen Flächenschicht.  
Hier aber waltet als Medium, das sich über alle 
ergiesst, die selbe Macht, durch die sich die Ge- 
schöpfe des Bildners dem Auge darstellen, das Licht_ 
Es dringt wie die Formen selber, die des Bildners 
Hand gerundet, bis an jene Scheidewand und um- 
giebt die festen Bestandteile der Masse mit dem 
Hell und Dunkel, das sie fürs Auge "modelliert", 
in dem wir ein Ergebnis unsrer tastenden Hände auf 
den Gesichtseindruck übertragen. Sollen wir Rechen- 
schaft ablegen, Was im Relief wirklich vorliegt, so 
können wir nur auf Ausdrücke verfallen, die an 
zeitliche Vorstellungen appellieren, wie "Flächen- 
bewegung", die also mehr auf die Frage nach dem 
Werden als nach dem Sein antworten. Oder wir 
verbinden diese Stadien künstlich, indem wir von 
der „Undulation der Blasse" behaupten, sie müsse 
"plötzlich "geronnen" sein. Dabei aber übergehen 
wir ganz die Gegenstandsvorstellungen, die dies 
Substrat erweckt, und deren weitere Associationen.
        

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