Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452636
Hochrelief 
Das 
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Symmetrie auf beiden Seiten der ideal eingelegten 
Mittelaxe oder einer körperlich ausgebildeten Do- 
minante. Das sind aber Beides nur Übertragungen 
der Gliederungsprincipe, die aus der Ornamentik 
stammen, und deren letztes erst zur Einheit führen 
mag, indem es mit gleichwertigen organischen Ge- 
bilden eine Gruppierung ermöglicht, die in der Fläche 
schon zum Ausdruck kommt. Eben damit ist aber 
auch ausgesprochen, dass sie keine specifische Lei- 
stung des Hochreliefs bedeutet, das seine Figuren 
voll ausrundet. Sie erscheint bei solchem Aufwand 
von Mitteln der Körperlichkeit wie ein Surrogat; 
diese Einheit kann durch andre Verfahren auch schon, 
vielleicht gar vollkommener geleistet werden. Also 
muss auch die charakteristische Eigenschaft des Hoch- 
reliefs, die grade in der adäquaten Entwicklung der 
Tiefendimension seiner Gestalten liegt, zu der Einheit 
Wenigstens soweit mitwirken, wie sie gegeben wird. 
Nicht in der Vorderßächc allein, sondern in der 
Flächexischicht, die den Gestaltungsraum ausmacht, 
muss die Einheit erreicht werden. S0 tritt zur Aus- 
breitung der organischen Gebilde in ihrer gegebenen 
Höhe und ihrer gewählten Aufreihung noch ein Drittes 
hinzu, das auch den Zusammenhang in der dritten 
Axe der Körper vermittelt, das ist die Entfaltung 
dieser Figuren nach hinten zu. Aber nicht direkte 
Betonung dieser Koordinate in ihrer senkrechten 
Stellung zur Breiten- und Höhenaxe ist das Ver- 
mittelndc, also nicht die volle Vorderansicht und 
Rückansicht der Körper oder die scharfe Profilstellting, 
sondern die diagonale Richtung erfüllt diese aus-
        

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