Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452609
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Relief kunst 
Die 
Macht, die diese dargestellten Wesen herabdrücken 
oder verkürzen, gefährden oder irgendwie beeinflussen 
könnte. Nur gleich organisierte Geschöpfe treten mit 
ihnen auf, sei es als Gefährten, sei es als Gegner; 
also der Mensch und sein Ideal, der Heros oder gar 
der Gott, dazu das bodenständige Tier in seiner 
Gemeinschaft, das Ross, der Hund, das Rind u. s. w., 
oder im Kampfe wie der Löwe, der Hirsch, der 
Eber u. s. w., während der Adler aus der Luftregion 
nur als Körper unter gleichen Bedingungen zugelassen 
wird und selbst der Drache, die Schlange sich zum 
gleichwertigen Gebilde zusammenballt. Das Höhen- 
mafs des Menschen überträgt sich gar auf die andern 
organischen Geschöpfe, die grösser sind als er, auf 
die Tiere sowol wie auf den Baum, indem es sie 
herabmindert, oder auf die kleineren, indem es sie 
vergrössert. Der Wert des Hochreliefs aber besteht 
grade in diesem Festhalten der Körpervorstellung 
im Sinne der echten Plastik, also des organischen 
Menschenleibes vor allen Dingen. Nur Einer Macht, 
die über sie alle hingeht, haben sie ausserdem sich 
anzubequemen, das ist die des Bundesgenossen, durch 
den sie als Formgebilde sichtbar werden, das Licht. 
Die Gliedmafsen derVorderseite mögen sich in voller 
Rundung vom Rumpfe abheben; aber sie dürfen 
keinen Schatten werfen auf die Nachbarformen, so 
dass diese dadurch zerrissen oder unkenntlich werden, 
 also die Deutlichkeit der Erscheinungsform für die 
Erkennung des Gegenstandes ist die erste Forderung. 
Eine gewisse freie Entfaltung jedes Einzelkörpers, 
die dabei unsrer Vorstellung entgegenkommt, wird
        

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