Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452598
Hauptarten 
Drei 
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Vermittlung gäbe. Im Gegenteil, wir werden schon 
im Interesse der Ästhetik hier auf solche Mittelstufen 
ausdrücklich eingehen. Unsere Auffassung der Relief- 
kunst als ein Übergangsgebiet bestätigt sich grade 
durch den Sachverhalt, dass die Gränzen der ver- 
schiedenen Stadien in einander Hiessen, also nur 
relativ bestimmt werden können. Das Gestaltungs- 
princip ist jedoch in den drei Hauptklassen so grund- 
sätzlich von einander verschieden, dass eine genaue 
Definition versucht werden muss. 1) 
Das Hochrelief bestimmt sich nicht allein nach 
dem äussersten Mafs der Erhebung, von dem der 
Name ausgeht, indem es die dritte Dimension der 
dargestellten Körper bis zur Übereinstimmung mit 
der Wirklichkeit ausdehnen kann. Denn mit diesem 
Mafsstab wäre ja zunächst auch die Forderung der 
Lebensgrösse gegeben, an die sich die Reliefkunst 
jedoch ebensowenig bindet wie die Rundplastik. 
Es gehört als ergänzende Bestimmung vielmehr hinzu, 
dass die Normalhöhe der Figuren die Gesamthöhe 
der Bildfläche für sich in Anspruch nimmt, über 
den Köpfen also keinen leeren Luftraum ijibrig lässt. 
Damit ist die Wirkung unter Lebensgrösse für die 
Vorstellung ausgeschlossen, mag das Mafs in Wirk- 
lichkeit sein, welches es will. Es giebt keinen Raum 
ausser dem durch die Körper selbst erfüllten, also 
auch weder in der Höhe noch in der "Tiefe eine 
I) Ich gebe sie, wie seit Anbeginn meiner Lehrtätigkeit, im 
Sinne meiner ganzen Kunstlehre, darf also anderweitige Versuche, 
die von fremden Gesichtspunkten ausgehen, ausser Betracht lassen.
        

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