Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452571
Zusammenhangs 
dves 
Darstellung 
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können, wo nicht deren Körperlichkeit, sondern 
deren Zusammenhang im Raume zum Hauptanliegen 
geworden ist. Zu den Errungenschaften der Kry- 
stallisation und zum Glauben an die Beharrung ihrer 
Gebilde muss die Plastik ihre Zuflucht nehmen, 
wenn der dreidimensionale Komplex in ihrer eige- 
nen Organisation nicht stark genug mehr ausfällt, 
um sich selber aufrecht zu erhalten, oder wenn die 
Bewegung, die sie zu fassen sucht, den Grundstock 
ihrer Körperbildung ins Schwanken bringt. Das 
heisst also, das Zwischenreich, das die Reliefkunst 
für sich gründen mag, liegt nicht zwischen Malerei 
und Plastik im engeren Sinne, sondern wir müssen 
Plastik hier in dem weiteren Sinne verstehen, den 
wir für die „Körperbildnerin" aufgestellt haben, ver- 
möge dessen sie auch den Verwandten Charakter 
der Tektonik mit umfasst; dies Zwischenreich be- 
rührt also die Gränze des tektonischenvSchaffens 
und übernimmt die Handhabung seiner Gesetze, so- 
weit sie selber sich dadurch zu sichern oder son- 
stige Vorzüge zu gewinnen vermag. Die eigentlich 
plastische Behandlung aber, die Körpervorstellting 
nach dem Ebenbilde des Menschen, also die Orga- 
nisation und Belebung in diesem Sinne, bleibt doch 
der Mittelpunkt, WO der Kern ihres Wesens zu 
suchen ist. S0 stellt also in der Reliefkunst sich 
ein ähnliches Verhältnis heraus, wie in der Gruppen- 
bildung, als deren weitere Fortsetzung wir ihre Be- 
strebungen nach Wiedergabe eines Zusammenhangs 
auffassen dürfen. Auch hier giebt es eine specifisch 
plastisch gesonnene Mittelregion und zwei Abzwei-
        

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