Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452549
164 
Relief- 
 Anschauung 
einer festen und undurchsichtigen GränzHäche ab- 
geschlossen wird und an dieser tektonischen Scheide- 
wand des bildsamen und durchschaubaren Raumes 
haftet. Diese tektonische Fläche, mag sie (wie bei 
Grabstelen) frei aufgerichtet stehen oder als Bestand- 
teil zu einer massiven Mauer gehören, schneidet die 
Möglichkeit ab, das Bildwerk anders als von der 
Vorderseite zu betrachten. Im Übrigen jedoch lässt 
sie den Wechsel des Standpunktes gegenüber dieser 
vorderen Parallelebene ebenso offen, wie sonstige 
tektonische Gebilde, die an einer Fläche haften, d.h. 
sowol seitliche Verschiebung auf der Standlinie des 
Beschauers als auch Veränderung des Abstandes 
selber. Die tektonische Scheidewand hinten hebt 
jedoch, für diese Betrachtung selbst, das Vordringen 
des Blickes in die Tiefe dadurch auf, dass sie den 
weitern Raum abschneidet. S0 wirkt sie als nega- 
tive Instanz, indem sie die Konsequenz des 
Schauens von einem festen und entfernten Stand- 
punkt verbietet. Eben dadurch hält sie positiv 
die freie Wahl seitlicher Bewegungen und die Be- 
rechtigung des tastenden Sehens aus der Nähe  
zur Ergänzung offen. Sie wirkt als positive Instanz 
ferner dadurch, dass sieselbst wie den weiteren 
Raum auch den weiteren Zusammenhang überhaupt, 
die Garantie aller sonstigen Bedingungen räumlich- 
körperlicher Existenz bedeutet. S0 zwingt sie die 
Anwandlungen zu fortschreitender Tiefenbewegung, 
die unsre Vorstellung vollzieht, zurückzustauen 
und in der einen Schicht des Gestaltungsraumes sich 
auszubreiten, damit aber zur Körpervorstellung, von
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.