Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452529
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Relief  Anschauung 
fragen. Es ist ein Abtasten der Körper mit den 
Augen, von dem wir uns.erst allmählich zu ruhigerer 
Anschauung zurückziehen. 
Die Zone dagegen, in der unser Schauen dem 
Körperdrange vollends enthoben wird, wo das Fern- 
bild in voller Freiheit sich vor uns ausbreiten mag, 
liegt über der realen Höhe unserer Augen oder gar 
unsres Kopfes, d. h. über der Horizontale zwischen 
unsern Augäpfeln oder gar über unserm Scheitel, 
also an der Wand gemessen etwa in Manneshöhe, 
wo wir der Wandbekleidung wol gar ein abschliessen- 
des Sims verleihen, vorgekragt, um die Gränze gegen 
das idealere Obergeschoss zu markieren, wo unsre 
Gesichtsvorstellungen allein walten. Diese Zone 
reicht hinauf bis zum Ende des Sehfeldes, wo wieder 
die Kurvatur unseres Sehraumes sich geltend macht, 
indem wir, durch die Anlage unseres Sehapparates 
gezwungen, Alles, was sich zeigt, zunächst wieder aut 
seine Vertikalaxe prüfen. 
Nach den Seiten zu bestehen aber, wie wir uns 
gesagt, ähnliche Übergänge von dem Sehfeld vor 
uns, oder der Bildiiäche, die wir grade betrachten, 
zu den folgenden links und rechts, wie sie etwa im 
Innenraum rechtwinklig aufeinanderstosscn. Die archi- 
tektonische Raumbildung führt hier für gewöhnlich 
die regelmässige stereometrische Form durch, be- 
tont eben im rechtwinkligen Aufeinanderstossen der 
Wände die Gesetzmässigkeit ihrer Schöpfung nach 
den Anforderungen der abstrakten Raumvorstellung 
Für das lebendige Gefühl des menschlichen Subjekts 
in solchem Raume walten hier ebensogut die natür-
        

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