Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452501
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 Anschauung 
Relief- 
rechts auf gleicher Höhe ein schmälerer und ein 
breiterer Einblick in anstossende Gemächer, wo der 
Kaiser mit seinen Räten, der Papst mit seinen Kar- 
dinälen in leibhaftiger Gegenwart vor Augen stehen. 
Droben über dem verbindenden Arehitrav in der 
Bogenöffnung, durch die der blaue Himmel herein- 
schaut, die plastisch körpcrhaft auf den Terrassen- 
stufen aufgebaute Gruppe der drei Tugenden mit 
ihren Genien dazwischen,  Alles gemalt, aber aus 
dem sichern Gefühl heraus in voller kubischer Stärke, 
weil in dieser Höhe vor dem Deckengewölbe wieder 
die günstige Region für plastische Rundung beginnt. 
Nur verläuft hier die Kurvatur des Übergangs 
zwischen den Ebenen, die aufeinanderstossen, zwischen 
Wand und Decke also, sozusagen in umgekehrter 
Richtung als der Übergang zwischen Fussboden und 
Wand unten. Deshalb bewegt sich das Profil des 
Simswerks ebenso wie das des Rahmens, die wir in 
dieser Höhe anzubringen pfiegcn, in aufsteigender 
Richtung und kragt immer Weiter vor, wo immer 
eine Ausgestaltung dieser Kurvatur mit tektonischer 
Plastik versucht wird. 
In dem-folgenden Zimmer des Vatikans, der 
Stanza d'Eli0dor0 liegt der vordere Bühnenrand 
aller Gemälde höher; ihre Gestalten rücken auch 
im Vordergrund dem Beschauer nicht so nah; sein 
Abstand, tatsächlich nur im gleichen Spielraum sich 
bewegend, wird für das Auge freier, und weiter für 
die Vorstellung. Es sind histerische Ereignisse, die 
in der Vergangenheit liegen; aber die Gegenwart 
des Papstes und seiner Begleiter bringt sie dem Be-
        

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