Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452379
der Formel 
Innerer Widerspruch 
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kann eine Tiefenbewegung anregen, die sich an das 
Normalvolumen der Figuren nicht bindet. Wir 
unterscheiden eben deshalb einen Vordergrund vom 
Mittelgrund und Hintergrund. Die Bildvorstellung 
des Malers verwertet auch das Fernbild, "das alles 
unter Lebensgrösse zeigt" (S. 68 Anm.) Da liegt 
der Unterschied, den Hildebrand übergeht oder in 
seinem Ausdruck "Fernbild" für zwei verschiedene 
Dinge unvermerkt verschleift. 
Es hängt freilich ganz von der Schärfe des 
Auges ab, wie er selbst (68) hervorhebt, auf welche 
Distanz es die Gegenstände scharf und präcis sieht, 
und „die Entfernung, welche das Fernbild erfordert, 
hat an und für sich nichts mit der Deutlichkeit oder 
Undeutlichkcit des Bildes zu tun, wenn sie auch 
auf die Härte oder Weichheit der Erscheinung Ein- 
fluss nimmt." Aber es müsste doch ein Durch- 
schnittsmafs zwischen diesen Extremen kurzsichtiger 
und weitsichtiger Beschaucr angenommen werden, 
also eine Durchschnittsclistanz für den Künstler. 
Und wenn andrerseits „der lliafsstab einer Darstel- 
lung auch nicht mit einer Distanzvorstellung ver- 
knüpft ist, wcnn die perspektivische Verkleinerung 
in natura von uns garnicht empfunden wird",  so 
ist uns Hildebrand doch die Bestimmung der An- 
fangsgränze für sein "Flachrelief" schuldig geblieben. 
Tatsächlich giebt es ja in der italienischen Renais- 
sance ein Flachrelief, das den umgebenden Raum 
in beträchtlicher Tiefe mit darstellt, wie etwa der 
Drachenkampf des heiligen Georg unter dem Stand- 
bild diescs Helden an Orsanmichele, eine Arbeit 
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