Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452368
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 Anschauung 
Relief- 
„Die Reliefvorstellung fusst auf dem Eindruck 
eines Fernbildes. Aus der Nähe geschaute Natur 
ist nicht als Relief gesehen" (S. 70). 
„Für die Plastik ergiebt sich die Reliefvor- 
stellung vom ganz flachen Relief bis zum vollständig 
runden, wo zuletzt das einheitliche Tiefenmafs dem 
realen Tiefenmafs der Figur entspricht,"  d. h. 
„alle Abstufungen vom Flachrelief bis zum Hoch- 
relief" (S. 71). 
Damit wird zutreffend die Gränze des klassi- 
schen Hochreliefs in der griechischen Kunst be- 
zeichnet: „w0 das einheitliche Tiefenmafs dem realen 
Tiefenmafs der Figur entspricht." Das heisst, es 
handelt sich für diese plastische Reliefvorstellung 
immer um die Auffassung des Gegenständlichen als 
einer Flächenschicht von gleichem Tiefenmafse, und 
zwar um eine solche einheitlich durchorganisierte 
Flächenschicht, deren Tiefenmafs hier dem realen 
Tiefenmafs der Figur entspricht. Das Gesamtvolumen 
eines Bildes dagegen besteht, wie wir soeben ge- 
lesen haben, "aus mehr oder weniger solchen hinter- 
einander gereihten imaginären F lächenschichten", d. h. 
nach Hildebrand selbst, immer aus einer Mehrzahl, 
die sich freilich wiederum zu einer Erscheinung 
von einheitlichem Tiefenmafs einigen müssen, ima- 
ginär aber jedenfalls über das reale Tiefenmafs der 
Figur resp. der neben einander gereihten Figuren 
der ersten Flächenschicht (des Vordergrundes) weit 
hinaus reichen darf. Das Fernbild, auf dem die 
Bildvorstellung des Malers fusst, geht also über die 
Gränze der klassischen Reliefvorstellung hinaus und
        

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