Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452353
Prinzipielle Bedenken 
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Formen, sei es bei einer Landschaft oder einem 
Kopfe; überall ordnet sie die Wahrnehmung, ver- 
bindet und beruhigt sie. In allen bildenden Künsten 
ist sie dieselbe, ist sie Führer, wirkt sie in der- 
selben Weise als ein allgemeines Verhältnis und Be- 
dürfnis, dem sich Alles unterordnet, in dem sich 
Alles schichtet, vereinigt." 
So warm und freudig uns dieser Siegespäan 
über die Lösung des Problems der Form in der 
bildenden Kunst auch anmutet, so kann doch der 
Historiker nicht ohne starken Zweifel zuhören, wenn 
die griechische Reliefvorstellung, also doch immer 
eine historisch bedingte Errrungenschaft, als einzig 
gültiges künstlerisches Verhältnis zur Natur für alle 
Zeiten gefeiert wird. Und mag ihr für die Reliefkunst 
als solche auch noch so klassische Bedeutung bei- 
gemessen werden, so ist doch die Ausdehnung ihres 
Princips auf alle bildenden Künste wol nicht minder 
Veranlassung zu ernstlichen Bedenken des Ästhe- 
tikers. 
lm Verfolg unserer Erörterungen haben Wir aber 
vor Allem die Pflicht, auf einen innern Widerspruch 
dieser Lehre aufmerksam zu machen, oder doch auf 
die Tatsache, dass ein wesentlicher Unterschied 
zwischen der vorher erörterten Bildvorstellung und 
der klassischen Reliefvorstellung der griechischen 
Kunst übergangen Wird. 
Man lese einmal die beiden Sätze, die in Hilde- 
brands Besprechung des "plastischen Reliefs" nahe 
aufeinander folgen, unmittelbar im Zusammenhang, 
den Inhalt der Aussagen vergleichend durch: 
Schm arsow, Plastik, Malerei u. Reliefkunst. [0
        

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