Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452305
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Die plastische 
Während in der Gruppe des Laokoon der 
Schattenraum seine Wirkung bis in das Innere der 
Erscheinung hinein erstreckt, will er sich bei der 
„Gruppe des Farnesischen Stier-es" nirgend recht 
ergeben, und sie bleibt ein tektonischer Aufbau, der 
sogar durch die Wucht des daherstürzenden Stieres 
in seinem zufälligen Bestand gefährdet erscheint. 
Nur die poetische Vorstellung kann mit Hülfe der 
Fabel die Einheit des Vorgangs zusammenlesen. Es 
ist keine künstlerische Gruppe zu Stande gekommen, 
trotz aller Schönheit der Gestalten im Einzelnen. 
Ganz anders aber liegt die Sache bei den 
Giebelgruppen an der Front griechischer Tempel. 
Hier ist es grade der entstehende Schattenraum, der 
die klare, scharfe Auseinandersetzung mit der tek- 
tonischen Fläche, der Giebelwand dahinter; hervor- 
bringt. Auch hier bildet die sogenannte Gruppe 
von Figuren oder sonstigen Gegenständen ursprüng- 
lich nur eine Zusammenschiebung vollausgerundeter 
Körper, nach mehr oder minder tektonischen Prin- 
cipien, wie z. B. bei den "Ägineten". Erst allmäh- 
lich schieben sich die Figuren mit deutlicher Rech- 
nung auf die Vorderansicht zurecht. Aber ein freies 
Gehaben nach dem Gesetz unserer Körperbewegung 
allein wird schon in den engen Winkeln vollends 
ausgeschlossen. (So die thronenden Götter, der so- 
genannte Theseus, auftauchende Pferdeköpfe  ab- 
geschnitten!) Die Einheit müsste, solange wir solche 
Zusammenstellung in bequemer Nähe, wie jetzt in 
unsern Museen erblicken, auch hier immer mit Hülfe 
der Poesie, d. h. als Einheit des Vorgangs oder der
        

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