Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452294
Laokoon 
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Werk zu retten, also ein Zusammenhang, der nicht 
einmal Vorgangseinheit ist, sondern an eine weitere 
unsichtbare Ferne appelliert, und so erst aus dem 
Unglück der Menschen eine Strafe der Götter 
macht.  Daran musste erinnert Werden, um auch 
von unserm Standpunkt in der Reihe der hier an- 
gestellten Beobachtungen das Richtige zu treffen. 
S0 erst gewinnt auch der Raum, der plastisch nicht 
durchgeformte darüber und dahinter, die Schatten- 
tiefe der Nische, für die das Werk gearbeitet ist, 
eine Übermacht über den Vollzug des Geschehens, 
nach dessen Anfang und Ende zu fragen, wir durch 
die Prägnanz des dargestellten Momentes selber ge- 
drängt werden. Die Aufgabe, die sich der Bildner 
gestellt hat, ist, wenn sie einmal für die räumliche 
Anschauung gestaltet werden sollte, ihrem innersten 
Wesen nach malerisch; ja sie gehört darüber hinaus 
der Historienmalerei an, die schon mit poetischen 
Beziehungen und zeitlichen Vorstellungen durchsetzt 
ist. Aber auch die Behandlung der Körper selbst 
strebt nach malerischen Wirkungen und rechnet mit 
malerischen Bedingungen, kraft deren wir berechtigt 
sind, die ursprüngliche Aufstellung des Bildwerks in 
einer schattenden Nische zu behaupten und im 
Interesse seiner künstlerischen Wirkung zurück- 
zuverlangenn Dann erst wird sich die Gruppe in 
dem Medium des Helldunkels als Bild entfalten vor 
unserm Blicke, der verweilend und zusammenfassend 
notwendig in die Tiefe dringt, WO der Schlüssel 
des Ganzen, den das Körpergebilde selbst nicht 
giebt, allein gesucht werden kann.
        

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