Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452255
Körpereinheit 
Monumentale 
135 
Der 
tektonische 
Charakter 
des 
Aufbaues 
solcher Gruppen bewährt sich auch darin, dass ein 
tektonischer Körper nicht selten als Äquivalent des 
organischen Menschenleibes verwertet wird, wie z. B. 
der Baumstumpfneben Silen mit dem Bacchus- 
knaben auf den Armen (Louvre und sonst). Mit 
diesem Abweg vorn rein plastischen Wesen ver- 
bindet sich aber ein grosser Vorzug in dieser tek- 
tonischen Körperbildung: es ist die Verwertung der 
Gestaltungsprincipe, der Proportionalität, der Sym- 
metrie und des Rhythmus im Aufbau, die dem Gan- 
zen wieder die bleibende Existenzberechtigung, den 
Wert selbständiger Beharrung sichern, der den ge- 
setzmäfsigen Gebilden der Tektonik eigen ist, wie 
den rcgelmäfsigen Gebilden der Krystallisation. 
Gelingt es diese Eigenschaften des tektonischen 
Aufbaues auf die echt plastische, nur aus Ebenbil- 
dern des Menschen bestehende Gruppe zu über- 
tragen, so erreicht diese die höchste Vollendung des 
monumentalen Stils. Nach allen drei Dimensionen 
ist dies bei der berühmten Gruppe des Menelaos 
mit der Leiche des Patroklos der Fall. Das 
erhobene Haupt des behelmteim Helden wirkt nicht 
allein als Gipfel des pyramidalen Gesamtkörpers, 
sondern auch als Dominante der symmetrischen Ab- 
wägung der Massen zu beiden Seiten. der Mittelaxe. 
Das Eigentümliche ist aber die starke Entfaltung 
der dritten Dimension, besonders durch die nach- 
schleppenden Beine des nackten Leichnams, die 
zwischen den ausschreitenden Beinen des Trägers 
hindurch gehen." Die Tiefe wird jedoch ausschliess-
        

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