Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452196
Malerische 
architektonische Auffassung 
und 
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Und verzichten wir darauf, um dem malerischen 
Genuss allein zu folgen, so bedarf der lineare Ge- 
samturnriss von der Langseite und die Modellierung 
der Glieder dieses Baukörpers wiederum einer Er- 
gänzung, die erst die Bildeinheit herstellt: wir fühlen 
uns instinktiv gedrängt, den umgebenden Raum, den 
Erdboden darunter, wie die Luftregion darüber, in 
grösserem Umfang mit aufzufassen, begrüssen wol 
andere Körper, wie Häuser und Bäume in der Nach- 
barschaft, ja die landschaftliche Ferne dahinter als 
Woltat, weil sie dazu helfen, den „Erscl1ei n ungs- 
Zusammenhang" zwischen dem Kirchenkörper 
und seiner gegebenen Örtlichkeit zu vermitteln. 
Der architektonischen Schöpfung als Ganzem 
werden wir aber so nicht besser gerecht, und sie 
bleibt doch die Hauptsache dieses Kunstwerks. In 
Wirklichkeit muss das menschliche Subjekt sich, als 
Körper auf eigenen Füssen, schon in das Innere des 
Raumgebildes begeben, um hier in mannichfaltigem 
Wechsel deis Standpunktes die Idee des Ganzen zu er- 
fassen, die wieder als Vorstellung auf einer Synthesis 
von Wahrnehmungen beruht, und zwar weder Gesichts- 
vorstellung noch Bewegungsvorstellung allein genannt 
werden kann. Hier im Innern liegt der entscheidende 
und zugleich der ursprünglichste Standpunkt, eben 
im Mittelpunkt des dreidimensionalen Komplexes 
selber. Und nehmen wir ihn ein, indem wir uns 
selber mit der Dominante dieses Koordinatensystems 
identificieren, so entfaltet sich auch ringsum die 
Raumgruppe, d. h. der Komplex von Raum- 
körpern, i? Hohlräumen, die wir als Krystalle 
Schmarsow, Plastik, Malerei u. Reliefklmst. 9
        

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