Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452177
Zusannnenhangs 
des 
Modalitäten 
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Entwicklung der selbständigen Bauteile nach oben 
aus dem gemeinsamen Baukörper unten nach Ana- 
logie des organischen Wachstums auffassen, als seien 
sie wie aus einem Stamm oder Grundstock „er- 
wachsen", so stellt auch die Benennung „plastische 
Gruppe" sich ein, obwol die Analogie mit dem 
organischen Gebilde nicht genauer zutrifft. 
Nehmen wir, wie es bei weiterem Abstand von 
dieser Chorpartie sich darbietet, jenseits der Vierungs- 
kuppel noch das Paar von hohen Westtürmen hinzu, 
so kommt in den Charakter dieser Gruppe von Bau- 
körpern wieder ein neues Moment, oder wird wenig- 
stens fühlbarer als bisher: die perspektivische Ver- 
kürzung der weiter zurückliegenden Teile. Und 
diese Verschiebung des Augenscheins gegenüber der 
architektonischen Vorstellung macht sich bemerklich 
eben darin, dass wir uns beim Gesichtseindruck 
allein nicht mehr sofort klare Rechenschaft geben 
können über den systematischen und körperlichen 
Zusammenhang der letzten Glieder, die nur in Ver- 
kürzung noch zum Vorschein kommen. Die Gesetze 
der Proportionalität, der Symmetrie, ganz besonders 
aber die des Rhythmus, d. h. der räumlichkörper- 
liehen Entfaltung in der dritten Dimension, liegen 
nicht so offen vor uns, wie bei den Turmspitzen 
um die Vierung am Chore. So können wir bei 
diesem letzten Turmpaar im Verhältnis zum Ganzen 
nur von einem ,,Erscheinungszusammenhang" reden, 
d. h. die Gruppe bekommt einen "malerischen" 
Sinn, weil die Einheit in der Bildvorstellung gesucht 
werden muss, nachdem sowol die Körpervorstellung
        

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