Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452141
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Die plastische 
GrHPPe 
im künstlerischen Sinne beruht nicht auf einem Zu- 
sammenhang, der durch den Vorgang entsteht, 
sondern muss ein Erscheinungszusammen- 
bang sein, welcher sich als ideelle Raumeinheit 
gegenüber dem realen Luftraum behauptet." Damit 
ist sicher das Hauptinteressse der bildenden Kunst 
gewahrt, dass es sich auf ihrem Gebiet stets zuerst 
um die räumliche Anschauungsforrn handelt. Nach 
dieser müssen sich ihre Definitionen bestimmen, 
nicht nach dem sekundären Moment transitorischen 
Scheincs. 
Unter seinem Ausdruck „ideelle Raumeinheit" 
Versteht aber Hildebrand selbst nicht die allein in 
der Vorstellung vorhandene Synthesis, die wir für 
das Gesamtgebiet der bildenden Künste als sehr 
erwünschte Formel annehmen könnten, sondern wie 
wir wissen, „das einheitliche Flächenbild vom ent- 
fernteren Standpunkt, wie es das ruhig schauende 
Auge ohne Bewegung aufnimmt." Jedenfalls wider- 
strebt ihm die kubische Auffassung des Architekten, 
der eine "ideelle Raumeinheit" aus dreidimensio- 
nalen Körpern aufbaut, bei der den Anforderungen 
unseres Führers an den ,,Erscheinungszusammen- 
hang" noch keine Rechnung getragen wäre. Zwischen 
der Auffassung des Malers und des Architekten in 
der Mitte läge jedoch die des Bildhauers zunächst, 
nach der Auslegung seines Schaffens als Körper- 
bildner, die wir bisher versucht haben. Und wenn 
jeder dieser bildenden Künste ein andersartiges Ge- 
staltungsprincip innewohnt, so muss das Wesen der
        

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