Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452109
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plastische 
Die 
GruPPe 
Träger 
selber 
des leiblichen Daseins, 
entfaltet. Eine schmale 
die Menschengestalt 
Basis bedeutet den 
allgemeinen Grund und Boden, ihr höheres Niveau 
über dem unsrigen nur. die Aufhebung der „dira 
necessitas", der wir alle unterliegen. S0 wird sein 
reines Abbild unabhängigen Selbstgefühls, im wol- 
geformten Körper von unsrer Art, zum erquickenden 
Vorbild unserer gleichen Sehnsucht, unseres ver- 
wandten, aber bedingten Strebens, wird zum Ideal 
der Befangenen, Ringenden, Gehemmten im Men- 
schendasein selber, ja zum Gotte derer, die den 
Wert gekostet haben und wieder entweichen sehen. 
Sowie dieser Gott, zu dem die Gläubigen im 
Tempel wallen, ihren Gebeten Gewüt-ihrung winkt, 
sowie nur eine leise Neigung verrät, dass die olym- 
pische Selbstgenügsamkeit einer menschlichen Rüh- 
rung zugänglich geworden, so tritt  wie beim 
Lebenden im Blick des Auges  schon die Be- 
ziehung zu Tage, und im Marmor-bilde prägt ein 
dauerndes Verhältnis zu andern Wesen, ja zu den 
Ansprüchen zeitlichen Geschehens sich aus. Die 
Statue erscheint sofort an eine bestimmte Situation 
gebunden, die unsre Phantasie hinzuergänzen muss 
um ihr wertvolles Dasein nachzuerleben, und solche 
Association ist schon ein Übergang zu dem Weiteren 
Postulat, auch die andre Hälfte des Verhältnisses 
mit dargestellt zu sehen. 
Nicht allein die Haltung, die ein Ziel voraus- 
Setzt, die, Gebärde, die aus der isolierten Sphäre 
des Einzelwesens hinausgreift in die Gemeinschaft 
andrer, auch die Tätigkeiten, die sich auf einen
        

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