Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452034
geschlossenen 
Innenraum 
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vielleicht noch damit zu Hülfe kommen, dass wir 
uns den Innenraum selbst zunächst möglichst ab- 
strakt, etwa als Raumgebilde von Glaswänden, d. h. 
als gläsernes Parallelepipedon, oder auch mit einer 
vollends offenen Seite nach vorn, wie in kleinerm 
Mafsstab eine krystallene Puppenstube dächten; denn 
an einem Bauwerk kommt für den Menschen im 
Innenraum nicht 
in Betracht als 
sowol die äusscrliche Begränzung 
vielmehr die Beschaffenheit der 
innern Gränzen, d. h. der Wandfiächen, der Decke, 
des Fussbodens in ihrer Undurchsichtigkeit, Färbung 
und stofflichen Wirkung sonst, und grade diese Be- 
gränzung nach aussen für das Auge gilt es aufzu- 
heben für das Verfahren, in dem wir dem Führer 
folgen. 
"Wenn nun die Begränzung oder Form des 
Gegenstandes auf sein Volumen hinweist, so ist es 
möglich, durch die Zusammenstellung von Gegen- 
ständen die Vorstellung eines durch sie begränzten 
Lilftvolumens zu erwecken. Denn im Grunde ist 
die Begränzung des Gegenstandes auch eine Be- 
gränzung des ihn umgebenden Luftkörpers. Es 
fragt sich alsdann, wie die Gegenstände angeordnet 
werden, damit die Bewegungsvo rstellung,') 
Welche durch sie angeregt wird, nicht ver- 
I) Böwegungsvorstellungen beruhen aber, nach Hildebrand 
S. I0, auf dem abtastenden Sehen vom nahen Standpunkt und bil- 
den das Material des Form-Sehens und Form-Vorstellens; sie sind 
keine Gesichtsvorstellungen. Und die Intention, Bewegungsvorstel- 
lungen anzuregen, die hier vorausgesetzt wird, entspricht demnach 
sicher dem Interesse des plastischen Fonngefiihls. 
Schmarsow, Plastik, Malerei u. Reliefkunst. 8
        

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