Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1451989
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Rundplastik 
Isolierte 
nur als Folie, von der sie sich abheben, oder als 
Hintergrund, der zu ihnen zu gehören scheint, sei 
es gar von mehreren Seiten, oder endlich als Aus- 
schnitt aus dem Ganzen, der sie wie ein Hohlraum 
mit offener Vorderseite oder gar als vollständiges 
Gehäuse umgiebt. Da scheiden sich wieder die 
verschiedenen Standpunkte. Der architektonische 
fasst sie nur als Körper im ganzen Innenraum auf 
und fragt, wie weit sie den Gesamteindruck der 
Raumschöpfung als solcher alterieren, oder sich 
künstlerisch, d. h. architektonisch mit diesem um- 
gebenden Raumgebilde auseinandersetzen. Sowie es 
sich um Teilauffassung gegenüber dem Raumgaiuzen 
handelt, nur ein Ausschnitt des Innern mit in Rech- 
nung kommt, so treten die andern Standpunkte in 
ihr Recht. Unserer Überzeugung nach ist eben der 
specifisch plastische der nähere Standpunkt, immer 
geneigt das Bildwerk als Einzelgebilde oder Gruppe 
zu isolieren, der specifisch malerische Standpunkt 
dagegen der umfassendere, auf den Raumausschnitt 
zuerst und! dann erst auf die Körper als Bestandteile 
darin gerichtete, d. h. entferntere. Auch der Archi- 
tekt selber vermag sie einzunehmen: als Tektoniker 
ist ihm der plastische, als Raumschöpfer der male- 
rische ja leicht zugänglich, zumal da, wo es sich 
auch um farbige Gesamtwirkung handeltÄ) 
Er wird die Bildsäule, die in seinem Raum auf- 
gestellt 
wird , 
zunächst 
nicht 
anders 
betrachten 
als 
lage. 
I) Vgl. hierzu Max Klinger, 
S. 18H. und Heft I dieser 
Malerei und Zeichnung. 
Beiträge S. 85 ff. 
Auf-
        

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