Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1451895
gemeinsame Problem 
Das 
Nachdem wir so die verschiedenen Möglich- 
keiten, dem Platz mit seinem Monument künstlerisch 
beizukommen, mit Hülfe strenger Unterscheidung 
dreier dabei entscheidender Standpunkte nachge- 
wiesen, und uns bemüht haben, die architektonische, 
die plastische und die malerische Auffassung streng 
auseinander zu halten, drängt sich die Frage nach 
befriedigendem Ausgleich zwischen diesen geson- 
derten Ansprüchen auf. Wie ist überhaupt eine 
einheitliche Lösung des Problems für alle denkbar? 
Stellen wir uns neben das Monument, so er- 
fassen wir den Platz ringsum als Raumgebilde, als 
architektonische Schöpfung. Das Kunstwerk in seiner 
Mitte wirkt neben uns nur als Mal, als tektonischer 
Körper, wie die Säule des Tempels, wenn ich neben 
ihr auf dem Stylobat des Peristyls, im Intervall der 
Reihe stehend, hinausschaue ins Land. Ein Körper 
rechts, ein Körper links neben mir kommt zum Ge- 
fühl; aber seine Ausgestaltung kommt nicht voll in Be- 
tracht, ob stereometrisch regelmässig, 0b organischer 
nach unserm Ebenbild. Drehe ich doch dem Monu- 
ment 
bei 
der 
Umschau 
über 
den 
Platz 
ebenso 
bedenklich den Rücken, so dass es nur als Rück- 
halt, als fester Ausgangspunkt der räumlichen Orien- 
tierung noch hinter mir gefühlt werden mag. Seine 
Form ist gleichgiltig: ein Prellstein wirkt ebenso 
wie ein Obelisk, und ein Standbild nicht mehr, so- 
bald sich mein Blick von ihm abgezogen und gegen 
die Weite hinaus gerichtet hat. je mehr ich aber 
auf einem dieser Standpunkte des innersten Um- 
kreises verweile, und, statt ringsum zu blicken, im 
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