Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1451818
der 
Sichtbarkeit 
organischen Form 
einsetze. Die plastische Auffassung verlangt, wie 
wir uns gesagt haben, den näheren Standpunkt, den 
wir Körpern gegenüber einzunehmen pflegen, die 
der Sphäre unsers menschlichen Mafsstabes ange- 
hören, und dessen wir nicht entraten können, wo 
es gilt uns über das Verhältnis ihrer Grösse, ihres 
"Volumens und ihrer sonstigen Beschaffenheit im Ver- 
gleich zu uns Rechenschaft zu geben. Stellen wir 
uns doch den Menschen selbst, auch wo er uns in 
weiter Ferne, also in sehr verjüngtem Mafsstab er- 
scheint, stets in normaler Lebensgrösse vor. Ist 
nun der Platz mit dem Denkmal in der Mitte von 
beträchtlichem Umfang, so nimmt der Beschauer, 
der ihn soeben betritt, nicht den der Plastik eigen- 
tümlichen Standpunkt in angemessener Nähe ein, 
sondern einen entfernteren, von dem aus er zunächst 
nur ein Flächenbild der Figur empfängt. Nur wenn 
dieses sofort die richtige Gegenstandsvorstellung aus- 
löst, d. h. die entscheidenden Merkmale der Men- 
schengestalt vermittelt, und keine Verwechslung mit 
andern Dingen zulässt, vermag auch die ästhetische 
Auffassung von der Körpervorstellung auszugehen 
und alle Associationen unseres Körpergefühls wach- 
zurufen, deren sie zur Auslegung des Bildes im 
plastischen Sinne bedarf. Deshalb gehört es zu den 
unentbehrlichsten Eigenschaften eines Standbildes 
unter freiem Himmel, dass es auch für weiten Ab- 
stand noch die Wahrzeichen der Form unseres orga- 
nischen Leibes auf den ersten Blick erkennen lasse. 
"Diese Klarlegung kann durch eine deutlich spre- 
chende Begränzung, durch ein Silhouettbild ge-
        

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