Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Anton Graff
Person:
Muther, Richard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1440996
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1441640
Tod 
Hagedords 
Von der Ankunft bis 
der Orte, in denen er verweilte, zu bewirthen. Als Goethe in Leipzig studirte, 
gehörte Reiclfs Haus neben dem Breitkopfs und des Hofraths Boehme zu 
seinem angenehmsten Aufenthalt. Reich trat auch selbst als Schriftsteller auf, 
jedoch nur über Gegenstände seines Berufes; aus seinem Verlag aber gingen 
viele ausgezeichnete Werke hervor. Alles dies, verbunden mit dem Besitz 
eines ansehnlichen Vermögens, hatte ihm den Ehrennamen des "Fürsten der 
leipziger Buchhändler" erworben?) 
Dieser Mann hatte einen ähnlichen Plan gefasst wie der Dichtervater 
Gleim in Halberstadt. Wie dieser schon seit einem Jahrzehnt die verschieden- 
sten Maler für seinen Freundschaftstempel in Bewegung setzte, so beschloss 
auch Reich, sich eine Sammlung von Portraiten damals berühmter Schöngeister 
und Gelehrten aus seiner Bekanntschaft anzulegen, und neben Heinrich Tisch- 
bein wurde ausschliesslich Anton Graff von ihm beschäftigt. Es entstand im 
Laufe der Jahre jene herrliche Portraitgallerie, die später von Reich's Wittwe, 
einer geborenen Heye aus Berlin, als sie sich nach ihrer Vaterstadt zurück- 
wandte, der Leipziger Universitätsbibliothek geschenkt wurde, wo sie sich noch 
jetzt, vollständig erhalten, befindet. 
Und nicht nur dadurch, dass er ihn so vielfältig beschäftigte, sondern 
noch in anderer Weise hat Reich in GrafPs Leben bestimmend eingegriffen. 
Er wünschte die Portraits von Spalding, Ramler, Mendelssohn und Sulzer ge- 
malt zu haben. Um diese Bestellung auszuführen machte Graff im Frühjahre 
1771 seine erste, für ihn so folgenreiche Reise nach Berlin. 
Schon in Augsburg war er, wie wir gesehen haben, mit seinem berühmten 
Landsmanne Sulzer bekannt geworden, der seit 1747 in Berlin ansässig war 
und durch seine vielen gelehrten Werke sich einen grossen Namen erworben 
hatte. Zwei Töchter, die zweit- und drittgeborene, waren demselben von den 
5 Kindern, welche ihm seine jungverstorbene Frau Wilhelmine geb. Keusen- 
hof aus Magdeburg geschenkt hatte, übrig geblieben. Von ihnen hiess die 
ältere, Ende 17 54 geborene, Elisabetha Sophie Auguste, die jüngere Wilhelmine. 
Auf diese zwei "Töchter war alle Zärtlichkeit des Vaters gerichtet, die ältere 
genoss seine ganz besondere Gunst. Sie war, wie der Vater sagte, "ein 
Mädchen von dem sanftesten Gemüthe und einem den geraden Weg vor sich 
sehenden Verstande, welche von jedermann, der sie kannte, für eine der 
liebenswürdigsten und tugendhaftesten Personen angesehen wurde".2) Und 
was noch wichtiger ist, Guste Sulzer hatte gerade ihr sechzehntes Jahr zu- 
rückgelegt, als Anton Graff um ihren Vater zu malen nach Berlin kam. Was 
Wunder, dass er sich beim ersten Anblick in sie verliebte. Er hält beim 
Vater um ihre Hand an. Und dieser gibt sie ihm "weniger wegen der Ver- 
Woldenmr von Biedermann: Goethe und Leipzig. 
Hirzel an Gleim über Sulzer den Weltweisen, Winterthur u. 
Zürich 
1779"
        

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