Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439166
Das 
Grotlenhöfchen 
der 
Residenz. 
Herzoglichen 
des bayerischen Nationalmuseums steht, dann das Grabmal des 
Th. Meermann nach einer Zeichnung des Schwarz, das sich ur- 
sprünglich in der Salvatorkirche befand  und später in die 
Frauenkirche kam, wo es sich heut über dem Epitaph des 
Liegnitz befindet, und schliefslich die Figuren des Augustus- 
brunnens in Augsburg, die uns später beschäftigen werden. 
Greifen wir aus dieser Reihe drei WVerke heraus, den Per- 
seus, den Erzengel Michael und die Kirchheimer Kolossalgruppe, 
so wird es uns bei einem Vergleiche schwer fallen, etwas ihnen 
Gemeinsames herauszufinden. 
Während das erste in plastischer Ruhe erscheint und die 
Architektonik des Körpers betonend von schöner dekorativer 
Wirkung ist, tritt uns in dem Michael ein Werk einer mehr 
malerischen Richtung entgegen, das Prinzip der architektonischen 
Gliederung ist gelockert, das Linienspiel freier und ungebundener, 
in den Falten ist nicht die schöne Lagerung, sondern mehr das 
Zufällige, das durch die Bewegung und Situation Bedingte be- 
tont, aber doch offenbart sich in den Formen das Streben zu 
klären, zu läutern, zu idealisieren. Davon ist aber in dem dritten 
Werke nur wenig zu spüren, hier hat sich vielmehr ein Drang 
nach Naturalismus Bahn gebrochen. Seine Formen erinnern durch- 
aus an die des Herkules vom Herkulesbrunnen in Augsburg, 
einem Werke des Adrian de Vries, und das Ganze erscheint 
uns als ein echter Ausilufs der Bolognesischen Schule. Die Ge- 
stalten sind voll Kraft und Feuer, es pulsiert Leben in diesen 
Gliedern, aber von jener schönen Formengebung, jener eigen- 
artigen Verbindung warmen Lebens mit gesetzmäfsiger Form, 
die in so wunderbarer Weise dem Perseus eigen ist, ist hier 
nichts zu linden. 
Eine bestimmte Künstlerpersönlichkeit tritt uns aus diesen 
XVerken nicht entgegen, wir haben daher keinen Grund, die 
Tradition, dafs Gerhard nach dem Entwurfe anderer gearbeitet 
habe, zu bezweifeln. Leider haben wir aus dem Leben Ger- 
hards zu wenige Daten, um über seinen künstlerischen Ent- 
wicklungsgang nähere Aufschlüsse zu geben; das eine wichtige 
Datum, das wir besitzen, dafs nämlich Gerhard im jahre 1594 
Vergl. 
MaySY, 
zu U. 
Domkirche 
Die 
München. 
L. Frau 
1868.
        

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