Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439138
Zweiter 
Teil. 
unwesentlich, als dafs sie irgendwie die angeführten Gründe 
zu schwächen verrnöchten. 
Für das Ludwigsmaussoleum wäre Candids Urheberschaft 
gesichert, damit aber ist es zugleich gewifs, dal's er schon Vor- 
her andere plastische Werke entworfen hatte, denn ganz ab- 
gesehen von der erwähnten Ateliergemeinschaft mit Krumper 
im Jahre 1612, ist es undenkbar, dafs man einem mehr als 
siebenzig Jahre alten Manne ein derartiges Werk übertragen 
hätte, würde dieser sich nicht schon vorher durch andere Ar- 
beiten dieser Art als Meister bewährt haben. 
Es wird nun bei der Einzelbestimmung auf eine genaue 
Stilprüfung ankommen, da die Tradition, Welche Wiederholt 
widersprechende Angaben macht, uns keinen festen Anhalt 
bietet. 
Wir kehren nach dieser notwendigen Digression zu unserem 
Perseus zurück, der im allgemeinen als ein Werk Hubert Ger- 
hards zuweilen mit dem Beisatze: nach der Zeichnung des 
Christoph Schwarz angesprochen wird. Wie gesagt wäre an 
dieser Behauptung nicht zu rütteln, wollten wir die äufseren 
Beweismomente allein gelten lassen, ohne den stilistischen Er- 
wägungen irgend welche Kraft der Begründung zuzutrauen. 
Dafs die Ausführung von Gerhard herrührt, kann als sicher 
gelten, denn im Jahre 1588, also zu einer Zeit, in der es in dem 
Gärtchen besonders lebhaft herging, heifst es in der Maler- 
rechnung unter „Gelb wax": „am 27. may dem Kolhauf zu ainer 
kyt (Verkittung) in N. garten mer Rueprecht bildhauer zu 
prünlin kopflin zugiessen", und wir glauben, dal's sich diese 
Notiz wohl auf den Perseushrunnen bezieht, da sich an diesem 
solche Köpfe als Ausgüsse beiinden. Dann aber wird auch 
die Bronzegruppe, die ideell mit den Darstellungen in der 
Grottenhalle zusammenhängt, indem das Helikonbild des Paduano 
gleichsam eine Fortsetzung des hier dargestellten Aktes ist, in 
dieser Zeit geschaffen worden sein, und wir dürfen daher mit 
grofser Wahrscheinlichkeit annehmen, dafs die beiden Notizen 
vom 8. Juni unter „Gelb wax": „Rueprecht zu ainem pildt geben" 
und unter "Terpentyn": „Ruprechten zu ainem bildt für Ir. H. 
G. zugiessen", auf das Brunnenwerk gehen. Vielleicht hängen 
auch die 85 fl., die er, wie bemerkt, im Jahre 1589 „per arbaith
        

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