Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439105
Das 
der Herzoglichen 
in 
Grottenhöfchen 
Residenz, 
85 
Künstler, der deshalb nicht für jedes einzelne Werk Zahlung 
erhielt. Die Nichterwähnung in denselben kann uns unmöglich 
veranlassen, die Tradition umzustofsen, da jene ja überhaupt 
sehr schweigsam sind und daher dieser gar nicht widersprechen. 
Da gilt das Wort: Qui tacet non negat, das Candid unter eines 
seiner Bilder in der Residenz setzte. Von plastischen Werken 
ist in den Rechnungen, die uns erhalten sind I), überhaupt wenig 
die Rede. 
Über die in Betracht kommenden Werke enthalten die 
Hofzahlamtsrechnungen keine bestimmten Angaben. 1589 heifst 
es unter „Aintzige ausgab": „Rubert0 Gherardj bildthawer be- 
zallt per arbaith für Ir. fl. G. laut d. zötl. H. 85, und 1591 unter: 
"Herrn Jhesuiter alhie khirchen vnd collegi paw etc.": „mer 
ime Herrn Rector per Hubertus Gerharten püldtstreichern, so 
man ime wegen seiner gemachten arbait laut unterzaichneter 
verkhundt zethun schuldig gewest, bezallt fl. 1025." 
Aus den Baurechnungen der jesuitenkirche ergiebt sich, 
dafs diese 1025 H. nur ein Teil des Geldes sind, das Gerhard 
für hierher gelieferte Arbeit empfing, denn nach diesen erhielt 
er die namhafte Summe von 2165 11., die ihm in zwei Raten von 
1247 H. 47 kr. und von 950 H. I3 kr. für Kirchenarbeit ausgezahlt 
wurden. Davon kamen, wie uns eine von Westenriederz) al:- 
gedruckte Rechnungsnotiz vom jahre 1592 angiebt, 800 H. "für 
St. Michaelbild zu formieren vnd zu verschnaitten". Hier er- 
fahren wir auch, dafs der Gufs des Werkes von Martin F rey her- 
rührt, und dafs dieser dafür im Jahre 1588 H. 300 erhalten hatte. 
Wurde durch diese Erörterungen die Wahrscheinlichkeit 
unserer mit der Tradition übereinstimmenden Annahme nahe 
gelegt so wird der Anspruch auf Gewifsheit, den dieselbe er- 
heben kann, von dem Resultate abhängen, das eine Unter- 
Suchung der vorhinerwähnten Handzeichnungen zum Ludivigs- 
maussoleum liefert, deren sich achtunddreifsig Blätter 3) erhalten 
haben, von denen noch dreizehn auf der Rückseite bezeichnet sind. 
Zwei Punkte werden zu erörtern sein. Sind diese Zeich- 
im 
I) An Spezialrechnungen ist leider grofser Llangßl. 
2) Beiträge zur Vaterländischen Historie, München 1790, Band III. 
3) 37 im Kgl. Handzeichnungs- und Kupferstichkabinet zu München, 
Berliner Kupferstichlzabinet. 
eine
        

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