Teil.
Zweiter
"nämlich, dafs ich nichts als in Kupfer gestochene oder
in Holz geschnittene Figuren und Historien illuminieren
aber der Öl- und Leimfarben zu gebrauchen und dem
Malerhandwverk Eintrag zu thun gänzlich müssig stehen
auch keinem Malergesellen Arbeit geben und mich des
Reissens und Entwerfens, was den Malern zuge-
hört gänzlich enthalten wolle."
Diese Vierte zeigen zugleich, welches Ansehen in jener
Zeit die Maler hatten.
Auch an Analogieen fehlt es nicht, die uns beweisen, dafs in
jener Zeit eine Trennung durchaus nichts Ungewöhnliches war.
In einer Rechnung vom Bau der Iesuitenkirchel) vom 15.
Ianuar 1591 lesen wir: „Adamen Krumpper von Weilheimb von
sechs enngels vnd annder geschnitten arbeit aus angebung herrn
Fridrichs Sustris", und eine andere Rechnung 2) nennt Schwarz
als den Zeichner der geschnitzten Figuren vom Hochaltare der
Kirche, während Weinhart die Ausführung versah. Nach Lotz3)
sind die steinernen Statuen in den Nischen an der Fassade der
Kirche von Sustris gezeichnet, von Gerhard modelliert und
unter Pellagios Leitung von verschiedenen Künstlern ausgeführt.
Nagler 4) ändert diese Angabe dahin, dafs die Figuren nach den
Entwürfen des Peter Weinher und des Friedrich Sustris von
Gerhard und Pellagio modelliert und von den Bildhauern Adam
Krurnper, Heinrich Felser, Andreas Weinhart, Heinrich Refelder
u. a, in Stein ausgeführt seien. Nach Marggraffs) und Sighart 6)
gofs HubertlGerhard das Grabmal des Th. Meermann in der
Frauenkirche mit der Darstellung der Auferweckung des La-
zarus nach einer Zeichnung des Christoph Schwarz.
Dafs die Rechnungen Candid nicht nennen, kann uns nicht
wunder nehmen, denn er war ein fest angestellter besoldeter
I) Im Kgl. allgemeinen Reichsarchiv zu München.
2) Vergl. Gmelin a. a. O.
3) WVilhelm Lotz, Kunst-Topographie Deutschlands 1863.
4.) Dr. G. K. Naglers München, 15. vollständig neu bearbeitete AuHage 1883.
Herausgegeben von C. YVetzstein.
5) MarggraE, Rudolph und Hermann, München mit seinen Kungtgchätzen
und Merkwürdigkeiten. 1846.
6) Dr. S. Sighart, Geschichte der bildenden Künste im Königreich Bayern. 1862.