Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439084
Das 
der 
Grottenhöfchen in 
Residenz. 
Herzoglichen 
83 
aus dessen Briefen sicher nichts anderes spricht, als was da- 
malS in München allgemeine Meinung war, weist den Entwurf 
einer grofsen Zahl plastischer Werke dem Candid zu und ist 
dabei so gewissenhaft, dafs er z. B. beim Ludwigsmaussoleum, 
von dem er angiebt, dafs es von Krumper gegossen sei, be- 
merkt  „Io non credo che dopo aver {inore veduti tante cose 
di Pier Candido voi abbiate piu bisogno che vi si dica essere 
Codesta pure un suo disegno. Quatunque nessuno me Pabbia 
potuto assicurare, io non saprei dubitarne riconoscendolo in tutte 
e singole le sue parti." S0 liefsen sich noch manche Urteile an- 
führen, doch würden sie nichts wesentlich Neues zu Tage fördern. 
Nur die Naglersche Angabe 2), dafs Candid zu der malerischen 
und plastischen Ausschmückung der Residenz die meisten Zeich- 
nungen geliefert habe, mag noch vorgebracht werden. 
Was die Wunderlichkeit der Trennung des Entwurfes von 
der Ausführung anbelangt, so können wir nur angeben, dafs 
dieselbe in jener Zeit ziemlich allgemein war, und ein Blick in 
die Zunftbücher derselben lehrt, dafs man über die Freiheit der 
Kunstausübung keine allzu hohe Meinung hatte. Wir erinnern 
nur an den Fall des Matthias Kager, dem es, als er sich in 
Augsburg als Maler niederlassen wollte, zur Bedingung gemacht 
wurde, nur al fresco, nicht aber in Öl zu malen. Krasser ist 
die Geschichte, die uns der Vaterlandsfreund 3) von dem ersten 
in München thätigen Illuministen Georg Weickmann erzählt. 
Diesem war nach langem Widerstreben der Malerzunft durch 
Vermittlung Albrecht V. am 5. November 1571 die Ausübung 
"der freien Kunst des Illuminierens und Anstreichens" gewährt, 
doch niufste er erst folgendes Gelöbnis unterschreiben: 
I) Brief 5 vom 11. November 1762. 
2) Künstlerlexikon.  
NB. Auf G. Th. Rudharts Aufsatz in Hormayrs Taschenbuch etc. berufen 
wir uns in dieser Arbeit deshalb nicht, da. seine Angaben durchgängig mit 
denen des Naglersehen Artikels übereinstimmen. 
3) Der Vaterlandsfreund 1864. Zeitsdlfifi, herausgegeben von O. T. Höfner. 
Nr. I Seite 3 und: Verzeichnis von Künstlern und Kunsthandwerkern die im XV._ 
XVII. Jahrhundert in München theils bei Hof theils in der Stadt sich aufgehalten 
und gearbeitet haben. (Aus ungedrucklen Orignialurkunden und dem in Westen- 
rieders Beiträgen enthaltenen "Hofausgaben" gesammelt und geordnet. Benutzt 
sind ferner Briefe der ehemaligen Münchener Malerzunft.) 
6a
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.