Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439051
Teil. 
Zweiter 
an den beiden Schrägungsiiächen in der Höhe der Lunetten- 
bilder malerische Darstellungen. Etwa in dieser Weise werden 
wir uns die ursprüngliche Anlage zu denken haben. 
In dem Arachnebilde sehen wir in der Mitte eines Ge- 
maches um einen mit hohem Baldachine versehenen Webstuhl 
geschart, mehrere Mägde das vollendete Gewebe vor der links 
stehenden Arachne ausbreiten, die erklärend auf die einzelnen 
Darstellungen hinweist, Während eine ihr am Webgestelle gegen- 
übersitzende Frauengestalt sie mit fragender Gebärde anblickt. 
Links vorn auf einem niedrigen Sessel, über dessen Lehne sich 
nach rechts hin eine Frau beugt, sitzt eine jugendliche Näherin, 
die den Erklärungen der Arachne lauscht. Ihr zur Seite ist ein 
emsig nähendes Mädchen gelagert und mehr im Grunde gewahren 
Wir eine schlanke Frauengestalt, die in der erhobenen Linken 
ein Knäuel hält, während die Rechte das Garn durchgleiten 
läfst. Zwischen ihr und Arachne, ganz im Hintergründe, ist 
eine nach rechts gehende Magd mit einem Tuchballen aufdem 
Kopfe sichtbar. Der vorderen Gruppe links entspricht auf der 
rechten Seite eine nach der Erzählerin sich umblickende Garn- 
winderin, hinter der ein Mädchenkopf bemerkbar ist und an 
deren Seite ein Knabe in lebhafter Bewegung auf Arachne 
deutet. Nach hinten wird diese Gruppe durch ein kleines Web- 
gestell und eine nach links blickende Spinnerin mit einem 
Rocken geschlossen. Vorn in der Mitte wehrt ein Knabe mit 
einem Arbeitskorbe ein ihn anspringendes Hündchen ab. In 
einem Doppelfenster rechts im Hintergrunde sieht man in pro- 
leptischer Andeutung die erhenkte Arachne und eine Spinne 
in ihrem Netze. 
Wir haben ein Musterwerk guter Komposition vor uns, 
das deutlich das Studium der grolsen Meister auch des Quattro- 
cento verrät; wir fühlten uns dem Werke gegenüber unwill- 
kürlich an Guirlandajo erinnert. Hoheit und Würde thronen 
auf diesen in ihrer Erscheinung und Bewegung edlen Frauen- 
gestalten, und zugleich ist in die ganze Darstellung ein Zug 
des Gemütlichen und Heimlichen hineingelegt, der ungemein 
wohlthuend wirkt. Schade, dal's wir bei dem Zustande des Bildes 
die Schönheit im einzelnen mehr ahnen als schauen können. 
Eine ähnliche Prachtgestalt ist die Iuno auf dem Lunetten-
        

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