Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439043
Das 
Grottenhöfchen 
der 
Residenz. 
Herzoglichen 
79 
Motive nachweisen lassen. Für die spätere Teilnahme des Sustris 
an der Ausschmückung der Halle giebt die Malerrechnung mehr- 
fache Notizen, nur fehlt dabei die nähere Angabe. Ebenso er- 
fahren wir hier auch nur im allgemeinen, dafs Christoph Schwarz 
in dieser Halle malte. Am genauesten sind wir über die im 
Jahre 1587 entstandenen Schildwand- und Lünettenbilder unter- 
richtet, für die wir im einzelnen die Künstler anzugeben ver- 
mögen. 
Von Candid rühren her: das Schildwandbild der Arachne 
mit ihren Frauen, das in der Malerrechnung als „istoria Aranca 
in den lang garten gewolb", und zwar als Werk des Pierox) vor- 
kommt und die Iuno, welche dem Pfau die Augen des erschla- 
genen Argus einsetzt, das hier „istoria Argy mit dem pfaben" 
heifst. Das andere Sohildwandbild war ein Werk des Paduano 
und wird „ist0ria Bigasco" oder „Caual Bigasco" im "lang 
garten gewölb" von Alex. genannt. Der Name erklärt sich als 
ein verunstaltetes Cavallo Pegaso, denn das Bild zeigt das durch 
die Lüfte fliegende Flügelpferd. Die übrigen Darstellungen 
stammen von Viviani und heifsen: „ist0ria Argy" und „ist0ria 
Mercury vnd Aglafera" von Ant. Maria. Da stets von drei 
Darstellungen der Geschichte des Merkur und der Agraulos die 
Rede ist, und ebenso aufser der „istoria Argy" des Viviani 
vielfach eine "andere istoria Argy" dieses Meisters genannt wird, 
so dafs wir mit der „ist0ria Argy mit dem Pfaben" des Candid 
ebenfalls drei Darstellungen haben, so ergiebt sich, dafs ur- 
sprünglich noch zwei Bilder vorhanden waren, die wahrschein- 
lich bei der Anlage der Grotte verdeckt wurden. Merkwürdiger- 
weise zeigt der im Anfange des achtzehnten jahrhunderts ent- 
standene Stich des Grottenhöfchens von Matthias Diselz), der, 
wie alle seine Stiche viel Phantastisches enthält, in der Halle 
keine Grotte, sondern eine rein architektonische Ausschmückung 
der einspringenden abgestumpften Ecke des Antiquariums, und 
I) Die Künstler werden hier meist nur mit dem Vornamen genannt. Dafs 
mit Piero wirklich Candid gemeint sei, ist deshalb unzweifelhaft, da auch sein 
ganzer Name bei Werken vorkommt, die gewöhnlich auf Piero bezogen sind, und 
da wir mit dieser Bezeichnung Werke angegeben fanden, die wir anderweitig 
als die seinigeu konstatieren konnten.  
2) Erlustierende Augen Weyde etc. von Matthias Disel.
        

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