Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439036
Zweiter Teil. 
durch längliche Kartuschen mit grau in grau gemalten Bild- 
chen von einander getrennt sind und folgende Darstellungen 
zeigen: Apoll und Diana, jener im Zweigespann, diese im Hirsch- 
Wagen dahinjagend, Merkur zum Aeolus kommend, zwei Götter- 
versammlungen und in der Mitte einen Hiegenden Amor. Auf 
den Zwickeln sind in gemalten Kartuschen schreitende und 
tanzende Gestalten dargestellt, Während die Kappen mit Grot- 
tesken bemalt sind. Von den Scheitelpunkten der Stichkappen 
hängen bunte Fruchtschnüre, deren unterer Teil in der Mitte 
der Gewölberippen befestigt ist, in schönem Bogen herab. An 
den beiden Schildwänden befinden sich die Darstellungen der 
Arachne mit ihren Frauen (Met. VI, 103 ff.) und der Athena, 
wie sie sich auf den Helikon begiebt, um die durch den Huf- 
schlag des Pegasus entstandene Hippokrene zu besichtigen 
(Met. V, 254 ff). Die Darstellungen in den vier Lunetten zu 
beiden Seiten der Grotte sind, links: Merkur den Argus ein- 
schläfernd (Met. I, 685 ff.) und juno dem Pfau die Augen des 
erschlagenen Argus einsetzend (Met.I, 722), rechts: Merkur unter 
den tanzenden Töchtern des Kekrops die schöne Herse er- 
blickend (Met. II, 726) und Agraulos, die eifersüchtige Schwester 
der Herse dem Merkur den Eintritt in den Palast verwehrend 
(Met. II, 814  Über den Arkadenbögen auf den durch Über- 
höhung der Lünettenbögen entstandenen Flächen sind Putten 
mit Draperie und Fruchtgehängen gemalt. 
Wir meinen, dafs die Deckengemälde noch vor 1586 ent- 
standen sind, da von denselben in der Malerrechnung nichts 
vorkommt, und da in diesem jahre vielfach Farben für die 
ornamentale Malerei verteilt werden, die sich wahrscheinlich 
der Vollendung der gröfseren Deckenstücke anschlofs. So em- 
pfangen z. B. im August Viviani und Ponzony Farben „ins 
lang garten gewölb: croteschi zumaln". Auch ist zu bemerken, 
dafs die Grotte willkürlich in den Deckenschmuck hineingreift. 
Wäre dieser später entstanden, so würde er sich wohl jener 
angeschmiegt haben. Von den unteren Wandmalereien haben 
wir keine bestimmten Nachrichten. Die Deckengemälde, denen 
wir mit Ausnahme des Amor-, sowie des Apoll- und Diana- 
bildes keine grofse Bedeutung beimessen, Weisen in ihrem Stile 
auf Sustris hin, in dessen Werken sich einzelne, hier beobachtete
        

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