Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1439006
Das 
Grottenhöfchen 
Residenz. 
der Herzoglichen 
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das man von hier aus durch eine in der Grotte angebrachte 
Thür gelangt. Drei Stufen führen in das Gärtchen hinab, in 
dessen Mitte sich ein Brunnen mit einer Bronzegruppe des 
Perseus und der Medusa befindet, und das durch Bäumchen und 
Rasenliächen, an deren Ecken bronzene Knaben mit Fischen 
und Seeungeheuern stehen, auf das freundlichste belebt ist. 
Über der Halle und an der ihr gegenüberliegenden Wand sind 
in der Höhe des ersten Stockwerks Nischen mit eingestellten 
Figuren angebracht. 
Ursprünglich hatte die Anlage ein anderes Aussehen, denn 
nicht nur waren in dem Gärtchen fünf Brunnen, von denen 
vier mit den aus Erz gegossenen vier Jahreszeiten geschmückt 
waren, während sich um die Brunnenschale der Perseusgruppe 
Knaben mit Fischen befanden (wahrscheinlich die jetzt an den 
Ecken stehenden), sondern aufserdem befand sich der Halle 
gegenüber eine zweite Halle, die Hainhofer in seiner eingehenden 
Beschreibung merkwürdigerweise garnicht erwähnt, von deren 
Existenz wir aber sowohl durch die Malerrechnung, als auch 
durch andere ältere Beschreibungen in Kenntnis gesetzt werden. 
Wening giebt von derselben folgende Schilderung: „Darinn 
erstlich am obern Theil sich ein lustiges auff zwey Marmel 
Saulen ruhendes gewölbtes Säälein vor Augen stellet, davon 
die Seyten Wänd prangen mit Perspectiven ausz Stuckator". 
Dafs auch die Decke dieser Halle reich geschmückt war, er- 
hellt aus der Beschreibung, die wir Pallavicino danken. Die hier 
belindlichen Malereien stellten wie auch in der erhaltenen Halle 
Episoden aus den Metamorphosen des Ovid dar und stammten 
nach Pallavicino hier wie dort von dem Maler Paduanino. In 
der Mitte sah man Phaeton, wie er den Wagen besteigt (Met. I, 
751), und nach der einen Seite hin folgten nach einander der 
Sturz mit dem Wagen (Met. II, 310) und die Verwandlung der 
Schwestern in Pappeln (Met. II, 346i), während an der anderen 
Seite Apollon als Pythontöter (Met. I, 452 ff.) und die Verwand- 
lung der Daphne (Uet. I, 546 ff.) dargestellt waren, und in den 
vier Ecken sich die Darstellungen von Ceres, Flora, Bacchus 
und Saturn befanden. Wann diese Halle entfernt worden ist, 
wissen wir nicht, vielleicht unter Max Emanuel (1679-1726), der 
verschiedene Veränderungen an den Grottenhoffassaden vornahm.
        

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