Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1438970
Erster Teil. 
Petern Candido lehren laszen" und der im Jahre 1611, als er 
auf Wanderschaft geht, 6 H. mit auf den Weg bekommt. 
Es mag noch bemerkt werden, dal's der kunstliebende 
Augsburger Philipp Hainhofer, als er im Jahre 1612 in München 
war, es nicht versäumte, den Candid aufzusuchen. In seinem 
Reiseberichte teilt er uns mit: „bin auch vor vnd nachmittag 
zum Candido, mahler, zum Raphael Satler Kupferstecher, zum 
Hans Ruth Trexler vnd zum Peter Herzen kistler gangen, die 
arbeiten sehen vnd dem Rueth vnd Candito etwas abkauiit". 
Merkwürdigerweise findet sich Candids Name nicht in Hain- 
hofers Stammbuch  in das sich Sustris, Hans von Aachen, 
die Sadeler und viele andere Künstler jener Zeit eingetragen 
haben. 
In der Einladung zur Hochzeit Reginens hatte Candid am 
Schlusse seines Schreibens versprochen, die erbetene Gnade 
nach bestem Können wiedergutzumachen, während es in der 
zweiten Einladung am Schlusse heifst: „Dasz will vmb dero- 
selben ich mit meinem armen gebett (zumaln ichs dieser zeit 
S. Chur. frl. Dtl. gist wissen nach anderst nit thun khan) vnder- 
thenigist verdiennen, solche Chur frl. genad Wirrt auch mein 
ayden (Eidam) mit seinem Schuldigen vleisz ersetzen". 
In diesem Jahre war demnach Candid, der damals ca. 76 Jahre 
zählte, arbeitsunfähig geworden  schon die Handschrift verrät 
seine Schwäche  und er wird wohl kaum wieder zu Kräften 
gekommen sein. Kurz vor seinem Tode hören wir noch von 
ihm bei Gelegenheit der Ewigkeitsgelderhebungz) am 8. Dezember 
1627, wobei er „wegen seiner schwachheit der verbitt des briefs 
nit beywohnen khünden, alsz hat Herr Aurelig Lilig I. V. D. 
vnd Curfrl. hofrath zu becreftigung desz briefs mit seinem 
aignen insigl gefertigt". Im folgenden Jahre lesen wir in den 
Hofzahlamtsrechnungen: „Peter Candido hof mallern hat jerlich 
ii. 500, zalt ime hieran dz erste quartal fl. 125, hinnach ver- 
storben. Das genaue Datum seines Todes erfahren wir nicht, 
das Totenbuch von S. Petripfarr nennt ihn nicht, und das der 
Frauenkirche reicht nur bis auf das Jahr 163g zurück. Das 
I) In seinen Reiseberichten 
2) S. oben S. 67. 
abgedruckt.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.