Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1438928
äußere 
Candids 
München. 
Verhältnisse 
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Falles in den Jahren 1613 und 1614 völlig getilgt wird. In 
ersterem empfängt er unter „Ableszliche verzinsungen" 100 fl. 
und 1614 finden wir unter der Rubrik „Bezalte vnd abgelesste 
verbriefte schulden" die Notiz: „Peter de Candito F1. Cammer- 
mallern p. capital  fl. abgelest, so auch von Sr. Dtl. Ferdinand 
hochseligiste gedechtnusz herrüren thuet sambt ainem jar zinsz 
ltt. haubtbrief vnd entquittung ii. 2100". 
Trotz der vielen Schenkungen hört sein Klagen nicht auf, 
und so erhält er im Jahre 1613 wiederum ein Grnadengeld von 
500 H. Wie wir schon oben f) angaben, erfolgte aller Wahr- 
scheinlichkeit nach diese Zahlung auf seinen zweiten Bittbrief 
hin, in dem er wie im Jahre 1610 von „fünf teils noch VIIGY- 
zogene(n) khinderm)" redet. 
Er mufs sich Wirklich in Not befunden haben, als er diesen 
Brief absandte, denn er beklagt sich bitter über seine viel zu 
geringe Besoldung, die gar nicht im Verhältnis zu seiner Thätig- 
keit stehe, dankt dann dem Herzoge für die vielen erwiesenen 
Wohlthaten und bittet ihn, seinem „armen weib vnd khindern" 
zum Jahresende ein Geschenk zu machen. Ferner erinnert er 
ihn an „die zuuor demuetigist begerte behausung in der Grag- 
genau alhie, in deren zymer einem Sie mir vorhero die woh- 
nung gdist verwilliget vnd mich mitler zeit noch besser zu 
accomodirn gediste zusage gethan haben." Es liegt ihm hieran 
so viel, dal's er dafür auf die seiner Frau bewilligte Pension 
verzichten Will. Ohne diese aufzuheben, gewährt ihm Maxi- 
milian seine Bitte. In den letzten Jahren seines Lebens finden 
wir ihn in einem Hause in der Graggenau. Wann er dasfelbe 
bezogen hat, war nicht zu ermitteln, denn in dem Grundbuchez), 
in Welches dasfelbe eingetragen ist, ist merkwürdigerweise eine 
Lücke vom Jahre 1607 bis zum Jahre 1627, in dem Candid ein 
Ewigkeitsgeld auf das Haus erhob. Dasfelbe war ursprünglich 
von dem Kapellmeister Orlando de Lasso bewohnt, nach dessen 
Tode aber von den Söhnen an Hieronymus Haimbl, den Se- 
kretär des Herzogs Albrecht verkauft worden, und dieser kaufte 
es im Jahre 1607 seinem Sekretär ab. Als Albrecht im Jahre 
X) S. S. 63, Anm. 2. 
2) Im Amtsgerichtsgebäude 
München. 
VOII 
Vom 
Jahre 
I  
D94 
Stan- 
F01.
        

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