Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1438905
Candids 
Verhältnisse 
äufsere 
München. 
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fünffte für sein arbait, dann ime die farben yedesrnahls dazu 
gegeben genent vnd verstanden u(er) den solle." 
Diese für jene Zeit ganz bedeutende Iahressumme behielt 
er bis zu seinem Tode, im Jahre 1611 wurde sie ihm auf sein 
Bittgesuch hin „sein leibslebenlang, er khöne arbeiten oder nit" 
zugesichert, mit dieser Zusicherung ihm das Versprechen ge- 
geben, dafs seiner Frau nach seinem Tode eine Pension ausge- 
zahlt werden solle, und aufserdem ihm ein Geschenk von 1000 ii. 
gemacht. In dem Bittgesuche klagt er, dafs er sich wohl der 
Gratifikation I), die er erhalten habe, entsänne, aber bei den 
schlechten Zeiten doch genötigt sei, um eine Unterstützung zu 
bitten, „so hab ich doch habender khünder vnd der schweren 
leuff halb nit allein nichts rucklegen oder ersparen khönnen, 
sondern erwartte laider nichts gewiszeres als wann heunt ode 
morgen Gott oben mich genediglich gebietten soll, in massen 
ich mich dann alters vnd anderer zustand wegen ziemblich an 
leibs khrefften auszgeschöpft vnd baufellig befünde, das als dann 
meine liebe hausfrln vnd 5 theils noch claine unerzogene khünd- 
lein sich ohne E. Dhlt. vereren gnad vnd hilff gar nit erhalten 
oder hinbringen mögen." 
Schon im folgenden Jahre (1612) wurde er wieder mit einem 
Geschenke bedacht. Unter „Abferttigung vnd gnadengelt ver- 
mög vnderschidlicher schein vnd signaturn" steht: „Peter Can- 
dido Frl. hofmaller haben Ir Dtl. vnser genedigister Herr etc. 
Wegen mal vnd Vollendung etlicher gemalter Cartonen vsz gd. 
ltt. schein fl. 500." Mit dieser Schenkung hatte es aber eine 
eigentümliche Bewandtnis und wir müssen, um dieselbe zu mo- 
tivieren, etwas weiter ausholen. 
Wilhelms Bruder, Herzog Ferdinand, der kühne Eroberer 
von Godesberg, hatte sich am 26. September 1588 mit Maria, der 
schönen Tochter des herzoglichen Rates Pettenbeck, vermählt 
und sich mit ihr ganz ins Privatleben zurückgezogen. Wilhelm 
hatte sich anfangs gegen diese Ehe erklärt aber schließlich 
nachgegeben, ihm alle bisherigen Gefälle und Einkünfte seiner 
 Im Jahre 1607 hatte er 200 ü. erhalten "dm-eh seines gehebten vleisz, so 
er bei seiner arbait vnd sondlich was zu Iren Dtl. tappecereien gehörig biszhero 
erzaiget". Vergl. übrigens S. 6a Anm. 2. 
Räe, Peter Candid. 5
        

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