Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1438855
Erster Teil. 
und unter der Rubrik: "Officier so nit in sonnderbare ämbter 
geraitt werden": „Peter de Candido welscher maler monatliche 
zo V (Thaler), thuet des jars in müntz fi. 360, angeschafft ver- 
mög der zetl hiebey vnd soll mit der bezallung von prima juny 
des 86. jars angefangen werden. zalt ime demnach von solchen 
tag an bis zu beschl.usz dies jars per sieben monat H. 210". 
Um_ jedem Zweifel zu begegnen, der sich vielleicht darauf 
berufen könnte, dafs Candid trotzdem Wohl am Hofe Albrechts 
habe thätig sein können und nur wie auch andere Künstler in 
den Hofzahlamtsrechnungen nicht genannt sei, dann nach 
Albrechts Tode nach Florenz zurückgekehrt sei, um von Wil- 
helm wiederberufen zu werden  die Häufigkeit, mit der die 
Zahl 1578 vorkommt, macht einen solchen Zweifel immerhin 
möglich  führen wir einige Briefstellen an, aus- denen mit 
voller Gewifsheit hervorgeht, dafs Candid erst von Herzog 
Wilhelm berufen wurde. In einem Briefe vom Jahre 1602 I), in 
dem er Maximilian um Wiederanstellung bittet, schreibt Can- 
did: „o' con 10 stipendio ch gia mi diede il serm" S": Duca 
Suo Padre qndo fui levato di Italia p. venire a seruire sua A. s", 
und in einem Briefe vom Jahre 16102) lesen wir „ungefehr vor 
25 jaren habe zu E. Dhlt geliebten Herrn Vattern ich mich 
gehorsambst inn diennsten begeben". Vläre er schon zu Herzog 
Albrechts Lebzeiten in München gewesen, so würde er dies 
sicher hier vermerkt haben, wo es darauf ankam, auf die lange 
Zeit hinzudeuten, die er in bayerischen Diensten verbracht hatte. 
Schon im Jahre 1587 tritt durch Bewilligung eines Haus- 
zinses von 24 fl., der ihm auch für das vergangene Jahr aus- 
gezahlt wird, eine Gehaltserhöhung ein. Doch nur kurze Zeit 
sollte er sich einer so hohen Besoldung erfreuen: 1590 heifst 
es: „Petro de Candito welscher maler, so hieuor geurlaubt 
worden, hat anjetzt hinfüro jerlichs gnadendienstgellt IO0 V, 
I) Im Kgl. Kreisarchiv für Oberbayern. 
2) Kanzleiabschrift im Kgl. Kreisarchiv für Oberbayern. Der Brief ist zwar 
nicht datiert, doch ergiebt sich das Jahr aus dem darauf erfolgenden Dekrete 
Maximilians vom 8. März des Jahres 1611 (ebendasj, sowie aus einer Stelle des 
Briefes, nach welcher Candid drei Jahre vwnrher eine Verehrung von 200 H. em- 
pfangen hatte, die sich im Jahre 1607 in den Hofzahlamtsrechnungen nach- 
weisen läfst.
        

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