Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1438846
München, 
äußere Verhältnisse in 
Candids 
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Candids 
äufsere 
Verhältnisse 
in 
München. 
WVenn wir auch über das Leben unseres Künstlers seit 
seiner Berufung nach München besser unterrichtet sind, als es 
in der ersten Periode der Fall war, und im allgemeinen im 
stande sind, dem Gange desselben zu folgen, so waren doch 
die Quellen, aus denen wir unsere Nachrichten schöpften, nicht 
derart, um uns von der Persönlichkeit und dem Wesen des 
Mannes irgend eine deutliche Vorstellung zu vermitteln. Die 
Rechnungen, die uns Bericht erstatteten, waren wohl gewissen- 
haft, aber, wie es ihrem ganzen Wesen entspricht, äufserst 
wortkarg; aber auch die übrigen, teils von ihm selbst her- 
rührenden, teils auf ihn Bezug nehmenden Schriftstücke boten 
nur wenig Stoff, um die Eigenheit seiner Persönlichkeit er- 
kennen zu lassen. Dazu kommt noch, dafs wir ein Bildnis des 
Candid nicht besitzen  denn da es weder einen Stich noch 
ein Gemälde giebt, das ihn darstellt, so werden wir die in der 
Ruhmeshalle zu München aufgestellte, von Lossow ausgeführte 
Büste Candids nur als ein Idealporträt anzusehen haben, ob- 
gleich die höchst charakteristischen, durchaus porträthaften 
Züge auf ein bestimmtes Vorbild hinweisen  und so ver- 
mögen wir uns von der Person des Künstlers weder ein äufseres 
noch ein inneres Bild zu machen, oder das letztere doch nur 
insofern, als wir aus seinen WVerken darauf zu schliefsen be- 
rechtigt sind. Wir werden daher bei der Darstellung seines 
Lebens nicht mehr als eine in scharfen Umrissen gezeichnete 
Skizze liefern können, die wir weder in allen Teilen gleich- 
mäfsig auszuführen noch überhaupt kraftvoll und lebendig zu 
gestalten vermögen, bei deren Entwürfe wir aber hoffen dürfen, 
zu keinem falschen Bilde die Grundlinien zu ziehen. 
Fast alle Autoren geben an, Candid sei im Jahre 1578 von 
Albrecht V. nach München berufen worden. Es erweist sich 
jedoch diese Angabe als ein Irrtum, da aus allem deutlich 
hervorgeht, dafs die Berufung erst im Jahre 1586 stattgefunden 
hat. In diesem Jahre heifst- es in den Hofzahlamtsrechnungen, 
die ihn vorher nicht nennen unter "Zörungen": „Petern Candido 
malern pro zörung von F lorentz herraus laut zetl. H. 44 Xr. 30"
        

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