Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1438838
Erster 
Teil. 
unterrichtet, ohne dafs wir jedoch die Zeit seiner Entstehung 
anzugeben vermöchten. Dasselbe war ein Freskogemälde in 
der Kirche S. Niccolif) und wird bei Cinelliz) „una vergine 
bellissima col Bambino in Braccio, S. Niccolö e S. Francesco 
dalle bande opera di Pier Candido Fiammingo" genannt. Un- 
willkürlich werden wir an ein späteres Werk: Anbetung der 
Madonna durch die beiden Heiligen Benedikt und Franziskus 
in Augsburg erinnert. Von dem Florentiner Bilde ist heute 
keine Spur mehr vorhanden. 
Ebensowenig kennen wir das von Chizzola 3) am Choraltare 
der Karmeliterkirche von Brescia genannte Bild einer Ver- 
kündigung, das die neueren Führer der Stadt nicht erwähnen. 
Von Herzog Wilhelm V. von Bayern nach München be- 
rufen, verläfst Candid im Iahre 1586 Florenz und tritt in baye- 
rische Hofdienste ein, um eine reiche Kunstthätigkeit zu ent- 
falten. Anfangs neben einer bedeutenden Schar zum Teil sehr 
angesehener Meister thätig, weifs er sich bald über alle empor- 
zuschwingen und der Kunst in München den Stempel seines 
Geistes aufzudrücken. 
Zweien Fürsten hat er gedient, die grundverschieden von 
Natur ganz verschiedenen Idealen nachgingen und für dieselben 
auch die Kunst in Anspruch nahmen; in beider Gemütsleben 
hat er sich zu versenken gewufst und die ihm gestellten be- 
deutsamen Aufgaben auf das glücklichste gelöst. 
Er bewährte sich in wahrem Sinne als ein universaler 
Künstler, nicht nur weil er sich auf den einzelnen Gebieten der 
bildenden Kunst bethätigte, sondern weil er auch den ver- 
schiedensten Ideenkreisen die ihrem NVesen entsprechenden 
Formen zu geben verstanden hat. 
I) Dieselbe ist nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen, gröfseren Kirche 
in der Via del Giardino, in der Richa ein Vadonnenbild des Lorenzo di Bicci 
angiebt. Sie liegt auf der rechten Seite des Arno an der Ecke der Via delP 
Agnoio und der Via del Fosso. 
2) Giov. Cinelli, Le Belleze della Dittä. di Firenze 1677. 
3) L. Chizzola, Le Pitture e Scuiture di Brescia 1760.
        

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