Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1438821
Ursprung 
Candids 
Italien. 
und Aufenthalt 
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bei Besprechung der Thätigkeitifür Vasari mit einem „en elder" 
andeutet, als auch von denen, die er bei seinem Aufenthalte 
1574 in Florenz von ihm sah, haben wir keine weitere Kunde, 
und ebensowenig sind wir im stande, über die Arbeiten, welche 
er für den kunstliebenden Grofsherzog Francesco, Gemahl der 
schönen Bianca Capello, schuf, mehr anzugeben, als van Mander 
berichtet, der sich mit der kurzen Angabe „oock voor den 
Hertogh van Florencen verscheyden Tapyt-patronen en ander 
dinghen" begnügt. Nicht unwahrscheinlich ist die Naglersche 
Angabe, dafs Candid im Palazzo Vecchio thätig gewesen sei 
und noch im Jahre 1577 in demselben gearbeitet habe, nur 
wissen wir nicht, woher dieselbe stammt. In diesem Palaste 
und ebenfalls bei der Anfertigung von Teppichkartons war 
auch sein Landsmann Stradanus thätig. Nach Nagler wurden 
die Teppiche in Flandern gewebt, doch ist das nicht recht 
wahrscheinlich, weil damals auch in Florenz die Teppichindustrie 
blühte. 
Da die Archive von Florenz ihn nicht nennen I) und da, 
wie Bertolotti angiebt, auch die römischen Archive über ihn 
schweigen, so sind wir nicht im stande seinem weiteren Lebens- 
gange in Italien zu folgen. Sicher ist nur, dafs er sich im 
Jahre seiner Berufung nach München in Florenz befand, da 
dieselbe von hier aus erfolgte, und ferner, dafs er hier Mitglied 
der Akademie war, da er sich auf mehreren Bildern Academicus 
Florentinus nennt. 
Auffallend ist es, dafs Raffaello Borghini ihn in seinem 
1584 erschienenen Werke: I1 Riposo, in dem er eingehend die 
Florentiner Kunstverhältnisse bespricht, nicht nennt, denn die 
überaus günstigen Bedingungen, unter denen er nach München 
berufen wurde  seine Besoldung überstieg diejenige aller 
damals in München lebenden Künstler, und gleich in den ersten 
Jahren wurde er mit bedeutenden und interessanten Arbeiten 
betraut  lassen darauf schliefsen, dafs er ein nicht geringes 
Ansehen genossen habe. 
Nur über ein einziges Florentiner Werk sind wir näher 
I) Nach Angabe des Herrn 
Herrn Konservator Bayersdorfer. 
Archivdirektor 
Milanesi 
Florenz 
und 
des
        

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