Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1438781
Candids 
Ursprung und Aufenthalt 
Italien. 
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1574, also zu einer Zeit, in der gerade an der Kuppel in Florenz 
gemalt wurde, und die den Arbeiten in Rom unmittelbar folgte, 
in Florenz war, so müssen wir seine Angaben als unbedingt 
sicher anerkennen und dürfen, da er von den verschiedenen 
Arbeiten, die er mit einem blofsen „en elder" bezeichnet, gerade 
diese beiden hervorhebt, den Anteil, den Candid daran gehabt 
hat, nicht zu gering anschlagen. Wir heben dies darum her- 
vor, weil Vasari in seinen vielen Briefen I), die sich auf diese 
Arbeiten beziehen, den Candid nicht einmal erwähnt, Während 
er doch bei verschiedenen Gelegenheiten die Künstler, die ihm 
behülflich waren, anführt. So nennt er in einem Briefe an den 
Grofsherzog Francesco vom 4. Mai 1571, als er in Rom in 
mehreren kleinen Kapellen den Engelssturz, die Geschichte des 
Tobias, des heil. Stephanus sowie das Martyrium des heil. 
Paulus 2) malte, wobei ihm hauptsächlich Sandro del Barbiere 
half, neben anderen Künstlern, deren Fleifs er "rühmt, den 
Niederländer Giovanni Strada (Stradanus), von dem er jedoch 
lieber schweigen will, da er ein Bruder Liederlich sei, der, wenn 
es ihm geüele, aus der Werkstatt laufe. Trotzdem spricht er 
auch in anderen Briefen von ihm, so am 18. Januar in einem 
Schreiben an seinen Freund und Gönner Vincenzio Borghini, 
wo er aufserdem den Bronzino erwähnt und seiner Freude über 
die Ankunft des Lorenzo Sabatini Bolognese Ausdruck giebt. 
Noch von zwei anderen Künstlern Livo und Luigi ist mehrere 
Male die Rede 3), und es scheint daher nicht recht begreiflich, 
dafs des Candid nicht ein einziges Mal gedacht ist, Während 
die Nichterwähnung in der zweiten Auflage der Malergeschichte 
Vasaris, die im Jahre 1568 erschien und Bianconi 4) zu der An- 
nahme veranlafst, Candid müsse erst nach dieser Zeit in Vasaris 
Dienste getreten sein, nicht auffallen kann. 
Über die Bilder in der Sala Regia werden wir sowohl durch 
I) Abgedruckt bei Gnye. D. Giov. Carteggio inedito d)artisti dei secoli XIV, 
XV, XVI in Firenze. 1839-40.  XViederabgedruclat und um einige vermehrt 
in: Le Opere di Giorgio Vasari con nuove annotazioni e commenti di Gaetano 
Lrlilanesi. Sansoni Editors. VIII. 
2) Vergl. Brief vom I0. Februar 1571 an FIGIICCSCO. 
3) Z. B. in einem Briefe an Borghini vom I8. ]uli 1573. 
4) A. a. O.
        

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