Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1438763
Candids 
Italien. 
Aufenthalt in 
Ur: 
 r 
p llIlg und 
als Kind, also zu einer Zeit, ehe die Kunst seines Landes 
irgendwie auf ihn hatte einwirken können, seine Heimat ver- 
lassen hatte. Andererseits gehen diejenigen, welche, wie z. B. 
Chr. von MannlichÜ, behaupten, er müsse sehr jung nach Italien 
gekommen sein, denn sein Stil zeige nur hie und da Spuren 
von dem Vaterländischen Geschmacke, deshalb zu weit, weil er 
auch in den Niederlanden wie so mancher andere vor seiner 
Einwanderung in Italien der italienisierenden Kunst anhängende 
Lehrer gehabt haben konnte. 
Einer bestimmt ausgesprochenen italienischen Kunstrichtung 
hat er sich nicht hingegeben, sondern, ohne in Eklektizismus 
zu verfallen, sich das zu eigen gemacht, was seiner ganzen Natur, 
seinem innersten Wesen entsprach. Es läfst sich deshalb bei 
dem Mangel einer bestimmten Nachricht kaum nachweisen, 
welche Meister in Italien seine eigentlichen Lehrer gewesen 
sind. Im allgemeinen wird er ein Schüler Vasaris genannt, 
aber allein auf Grund der Angabe van Manders, dal's er für 
jenen viel gearbeitet habe, worauf wir zurückkommen werden. 
Schon Carton, der in seiner Einleitung sagt, dafs er nur wenige 
Werke Candids kenne und sich ganz auf das Urteil anderer 
verlassez), meint  leider ohne seinen Gewährsmann zu nennen  
sich nicht auf die Einwirkung Vasaris beschränken zu dürfen, 
da Candid denselben vielfach übertroffen habe. Wenn er auch 
nicht direkt durch Parmeggianino beeinflufst sei, so hätten doch 
dessen Werke auf ihn eingewirkt „sa maniere est gracieuse, 
ses figures ont les attitudes bien contractees et un grand agre- 
ment dans les airs des tetes". So sehr wir die Richtigkeit dieses 
Urteils anerkennen, müssen wir doch der Annahme, dal's diese 
Vorzüge auf Parmeggianinos Einflufs zurückzuführen seien, 
energisch widersprechen. YVir finden in den flüchtigen, oft 
leichtfertig ausgeführten Arbeiten dieses Malers nichts, was uns 
zu einem Vergleiche mit Candid aufforderte, dessen Arbeiten, 
wie wir oft zu beobachten Gelegenheit haben werden, mit der 
1) Christian von INIannlich, Beschreibung der Churpfalzbaierischen Gemälde- 
sammlungen zu München und Schleifsheim. I. 1805. 
2) „Ie rassemblerai ici, ce que les autres en ont dit, fexposerai le jugement 
u'i1s ont ortä sur ses oeuvres et leur o inion im artiale et däsinteressäe vous 
Q 
convamcra ue cet homme märite de tous oints ue nous le revendi uions". 
P q 
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