Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1438757
50 
Erster 
Teil. 
Unterscheidungsgründen so genannt worden. Dafs er seinen 
niederländischen Namen wirklich aufgegeben, geht sowohl aus 
Bezeichnungen auf seinen Werken wie aus seinen Briefunter- 
schriften hervor. Auch in den Rechnungen und Urkunden jener 
Zeit wird er nur so genannt. Ebenso zeigen die Stiche bis auf 
einen, der die Bezeichnung Petrus de Witte brugensis trägt, 
den italienisierten Namen, der in den verschiedensten Formen 
vorkommt. 
Wenn auch seine eigene Unterschrift, welche die reine 
italienische Form Pietro Candido zeigt, die korrekteste genannt 
werden mufs, so gaben wir doch der Mischform Peter Candid 
den Vorzug, da diese in München, wo er vornehmlich gewirkt 
hat, allgemein gebräuchlich ist und gewissermaßen schon einen 
populären Klang hat. 
Da van Mander nichts von dem Aufgeben des Namens 
weifs, so nehmen wir an, dafs Candid im ]ahre 1574, als van 
Mander in Florenz War, noch den alten Namen Peter de VVitte 
führte, und halten die schon von Bianconi I) ausgesprochene An- 
sicht für wahrscheinlich, dafs er mit seinem Eintritt in den 
Dienst des Grrofsherzogs von Toskana die Italienisierung vornahm. 
Wann er nach Italien gekommen ist, war nicht zu ermitteln, 
denn bestimmte Nachrichten fehlen, und seine Werke bieten 
uns deshalb keinen sicheren Anhalt, da uns nur solche aus der 
Münchener Periode, vom Jahre 1586 an bekannt, und wir daher 
nicht im Stande sind, ein Bild seines künstlerischen Entwick- 
lungsganges bis zu diesem Zeitpunkte zu entwerfen. Aus den 
späteren Werken aber irgend einen positiven Schlufs zu ziehen, 
halten wir deshalb für bedenklich, weil Candids Kunstweise 
kein ausgesprochen nationales Gepräge trägt. Man hat aus 
einigen Spuren nordischer Kunstweise, die sich bei ihm wohl 
aufdecken lassen, auf eine späte Einwanderung schliefsen wollen. 
Dabei aber hat man, wie uns scheint, aufser Acht gelassen, dal's 
die natürlichen Anlagen eines Menschen sich stets Geltung zu 
verschaffen wissen, so dafs sich das niederländische Naturell 
des Candid auch dann noch behaupten konnte, wenn er selbst 
I) Bianconi, 
Oktober 1762. 
Lettere 
Marchese 
FiIiPPO 
Ercolani 
Brief 
VOm
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.