Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1438746
Ursprung 
Candids 
Aufenthalt in Italien. 
und 
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als van Mander sich in Florenz aufhielt, mit Glück in der Land- 
schaftsmalerei versucht hatte, „daer hy al fraey in gheworden 
is, hoewel hy spade aenvingh". Naglerx) und Carton verstehen 
diese Stelle so, als hätte Cornelis in bayerischen Diensten ge- 
standen, doch beruht diese Angabe auf einem Mifsverständnisse. 
Van Mander hat zwar von zwei Herzögen, dem von Florenz 
und dem von Bayern gesprochen, ist aber dann auf Florenz 
zurückgekommen, indem er erzählt, dafs er hier verschiedene 
Werke Candids gesehen und ihn selbst kennen gelernt habe, 
und fahrt dann fort: „Hy had oock eenen Broder ins Hertoghen 
Guarde etc". Dazu kommt noch, dafs Baldinucciz), dessen Bio- 
graphie Candids im wesentlichen nur eine Übersetzung van 
"Manders ist, an dieser Stelle hinzufügt, dal's Cornelis in Florenz 
gelebt habe, und dafs sich im grofsherzoglichen Palaste sowie 
in vielen Privathäusern Landschaften desselben befänden, die, 
ganz im Geschmacke der Zeit gehalten, paesi di Cornelio ge- 
nannt würden und „molto belli e vaghi" seien. 
Van Mander nennt unseren Künstler stets de YVitte und 
bemerkt nur, dafs er auf einigen Stichen nach seinen Werken 
Pieter Candido genannt würde. Dies mag vielleicht die Ur- 
sache gewesen sein, dafs er gewöhnlich als Peter de Witte gen. 
Candido erwähnt wird, denn diese Bezeichnung wird erst in 
unserem Iahrhundert, seitdem man aus van Mander seine Nach- 
richten schöpfte, gebräuchlich. Dieselbe ist aber deshalb un- 
berechtigt, weil er selbst seinen alten Namen vollständig auf- 
gegeben und den italienisierten an seine Stelle gesetzt hat. Die 
Benennung de Witte gen. Candido erweckt die falsche Vor- 
Stellung, als habe er selbst seinen ursprünglichen Namen be- 
halten, sei aber von seinen Zeitgenossen oder der Nachwelt aus 
mit der Bemalung der Kuppel VOII Sa. Maria del Fiore beschäftigt war. Nun war 
Vasari, wie aus seinen Briefen hervorgeht, um die Fastenzeit des Jahres 1573 
garnicht in Florenz, sondern in RDm, von wo er erst im Mai des Jahres zurück- 
kehrte; dagegen finden wir ihn im folgenden Jahre um besagte Zeit eifrig an 
der Kuppel thätig. In seiner Vasaribiographie giebt van Mander für seinen Auf- 
enthalt fälschlich das Jahr 1577 an und rückt den Tod Vasaris, der in Wahr- 
heit am 27. Juni 1574 stattfand, in das Jahr 1578. 
1) Neues allgemeines Künstlerlexikon, Band 21. 1851. 
2) Baldinucci, Notizie de Professori del disegno da Cimabue in Qua. I8I I. 
Räe, Peter Candid. 4
        

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