Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1438696
Einleitung. 
stecher Rafael Sadeler, Vater und Sohn, von denen ersterer, 
der Bruder des früher genannten Johannes Sadeler im Jahre 
1604, letzterer, im Jahre 1616, jeder mit 150 fl. angestellt wurde. 
Viele Werke Candids wurden von ihnen kunstvoll gestochen. 
Ihre Hauptthätigkeit war aber die Besorgung des Stiches der 
verschiedenen Serien bayerischer Heiligen, für die sie besonders 
bezahlt wurden. Für die Bavaria Sancta, zu der Matthias Kager 
die Entwürfe geliefert hatte, erhielt der ältere Sadeler im Jahre 
1624 ii. 400, der jüngere im Jahre 1627 fl. 10o. Kager hatte im 
Jahre 1620 "für 65 visierungen der Bayerischen Heiligen für 
selbigen historij Werckh, Welche von 4 jaren her nach vnd nach 
gemacht worden" 234 fl. erhalten. 
Nach dem Tode Candids, mit dem seine Kunstweise, die 
eine eigentliche Nachfolge nicht gehabt hat, zu Grabe getragen 
wurde, Enden wir an dem Hofe Maximilians vornehmlich thätig: 
den berühmten Porträtmaler Niclas Prugger, dem wir mehrere 
charaktervolle Porträte Maximilians danken (München, Schleifs- 
heim) und den Bildhauer Tobias Baader, dessen scharfe Cha- 
rakteristik wir an dem Muttergottesbilde in der Herzogspital- 
kirche beobachten können, für die er das Werk im Jahre 1650 
angefertigt hatte. Dasselbe wird dort noch heut als wunder- 
thätig verehrt. 
Der bedeutende Einflufs, den seit dem Eintritte der Jesuiten 
die italienische Kunst in Bayern ausgeübt hatte, nahm unter 
den Nachfolgern Maximilians in hohem Mafse zu, und es zeigte 
sich, wie verhängnisvoll derselbe auf Bayerns Kunstentwicklung 
werden sollte. Hatten den grofsen Kurfürsten Maximilian reli- 
giöse und politische Ideen zu seinen bedeutenden Kunst- 
schöpfungen angeregt, so huldigte jetzt die Kunst rein persön- 
lichen Interessen. An die Stelle der Schönheit trat die Pracht 
und entfaltete sich in den Schlössern auf das glänzendste. Nicht 
mehr wurden die edlen Geister der italienischen Renaissance 
zum Vorbild genommen, sondern die Jünger eines Bernini und 
Borromini hielten ihren Einzug in Bayerns Hauptstadt und 
schufen prunkende Werke, denen man deshalb kein Interesse 
abgewinnen kann, da sie alles eigenartigen Geistes entbehren. 
Die Werke, die jetzt entstanden, waren wie Fremdlinge auf 
dem Boden, der sie trug, es fehlte zu diesem die innere Be-
        

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