Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1438685
Einleitung. 
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dem Nürnberger Rathause (1627) zu erwerben, von denen leider 
der Hellersche Altar bei dem Residenzbrande am 22. Dezember 
172g zu Grunde gegangen ist. 
Bei seinen künstlerischen Unternehmungen verfolgte er ein 
ähnliches Prinzip wie in der Politik, wir möchten sagen, ver- 
fuhr er auch nach absolutistischen Grundsätzen; auch hier sollte 
ein Wille der herrschende sein. Nur so vermögen wir uns bei 
der grofsen Zahl der bedeutendenaAufgaben die geringe Zahl 
der selbständigen Künstler zu erklären. Die Kunst am Hofe 
Maximilians fällt im wesentlichen mit der des Candid zusammen, 
nur wenige Spuren einer anderen Kunstweise lassen sich auf- 
finden. Aber nicht nur tragen die Werke das Gepräge des 
Candid, sondern fast alle gehen in ihren Ursprüngen auf ihn 
zurück, denn unermüdlich war sein Schaffen, rastlos sein Eifer, 
den Wünschen seines Fürsten gerecht zu werden. 
Nachdem Schwarz, Sustris und Ponzony gestorben waren, 
finden wir neben Candid als angesehene Künstler nur noch 
Iohannes Krumper, Hans Werl und Antonio Maria Viviani; 
von letzterem hören wir fast nichts mehr, Werl stirbt, wie wir 
berichteten, auch bald und Krumper arbeitete, wie wir sehen 
werden, nach Candids Entwürfen. Auf die Baumeister Reiffen- 
stuel und Schön und ihr Verhältnis zur Kunst, ebenso auf 
den Teppichwirker Hans van der Biest und den Elfenbein- 
schnitzer Angermair werden wir später eingehend zurück- 
kommen. 
Erst in späterer Zeit finden wir einen Künstler, der eine 
andere Richtung einschlug: Ulrich Loth, der, 1590 geboren, 
ursprünglich ein Schüler Candids war und dann nach Vene- 
dig ging, wo er sich von 1610 bis 1613 aufhielt. Im Jahre 
1619 schickte ihn Maximilian „vmb erlangung merer perfection 
in der mallerei" nach Rom, und zwei Jahre später stellte er 
ihn mit einem Gehalte von 188 fl. 45 Xr. an. 1622 erhält er 
542 fl. und seit dem Jahre 1626 jährlich 400 H. Er stirbt im 
Jahre 1662. Geschick und Talent sind ihm nicht abzusprechen, 
doch ist er kein erfreulicher Meister, denn seine Werke, die 
doch kaum mehr sind als Produkte eines gewandten Eklek- 
tikers, entbehren der inneren Selbständigkeit. 
Eine umfangreiche Thätigkeit entwickeln die beiden Kupfer-
        

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