Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Peter Candid
Person:
Rée, Paul Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1437919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1438647
Einleitung. 
39 
hielt. Schon im juni des jahres trat er die Rückreise an und 
begab sich zunächst nach Nancy, wo er Elisabeth, die Tochter 
Karl II. von Lothringen kennen lernte, mit der er sich zwei 
jahre darauf, am 5. Februar vermählte. 
Zwei Ideale begeisterten ihn, eine siegreiche katholische 
Kirche und ein mächtiges Bayern. In ihm Hofs etwas von dem 
Heldenblute seines grofsen Ahnherrn Ottos von Wittelsbach, 
wie jener stand er treu zu Kaiser und Reich und war jenem 
in den furchtbaren Kämpfen des Dreißigjährigen Krieges die 
festeste Stütze. Zum Dank für den im Jahre 1621 durch Maxi- 
milian erfochtenen Sieg am Weifsen Berge, gab der Kaiser 
dem Lande Bayern die Kurwürde wieder, die ihm durch die 
goldene Bulle abgesprochen war. 
Maximilian war es innerste, heiligste Überzeugung, dafs 
eine Einheit Deutschlands nur bei strenger Aufrechterhaltung 
des Katholizismus möglich sei. Der Sieg der Reformation war 
ihm gleichbedeutend mit der Auflösung und Zersetzung des 
deutschen Reiches. Sein Glaube gipfelte in einer glühenden, 
fast schwärmerischen Marienverehrung, die in den Hymnen und 
Oden des an seinem Hofe lebenden Jacob Balde ihren dichte- 
rischen Ausdruck fand. Der Maria hatte er sein ganzes Sein 
geweiht. In einer Silberkapsel, welche er am Altare derselben 
niedergelegt hatte, und welche seine zweite Gemahlin Maria 
Anna, die er nach dem Hinscheiden der Elisabeth im jahre 
1635 geheiratet hatte, nach seinem Tode öffnen liefs, fand man 
auf Pergament mit eigenem Blute die Worte geschrieben: „In 
mancipium tuum me tibi dedico, obsecroque virgo Maria hoc 
teste cruore meo Maximilianus peccatorum coryphaeus". Diese 
Frömmigkeit raubte ihm aber nicht wie seinem Vater den klaren 
Blick und trieb ihn keiner Religionsgenossenschaft in die Arme. 
Seine Freiheit hat er nie zum Opfer gebracht. 
Die Jesuiten, denen er als Lehrern sich zu Dank verpiiichtet 
fühlte, schätzte er hoch, doch war er ihnen nicht unbedingt 
ergeben, hörte zwar ihre Ratschläge, aber prüfte dieselben und 
verwarf sie, wenn es ihn gut dünkte; auch scheute er sich nicht, 
zoge, Kurfürsten und 
unsere Zeit (Augsburg 
Könige von Bayern vom Jahre 1180 an bis herab 
1880), wo das Tagebuch dieser Reise mitgeteilt ist. 
auf
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.